Überspringen zu Hauptinhalt
Schön Leise Leben

Schön leise leben

Die meisten Menschen wünschen sich für ihr Zuhause eine ruhige erholsame Umgebung. Denn Lärm zerrt an den Nerven. Eine gute Planung bezieht den Schallschutz von Anfang an mit ein. Das gilt sowohl für den Mauerwerksbau als auch für den Holzbau.

Schall breitet sich in Gebäuden je nach seiner Art unterschiedlich aus. Wenn Menschen sprechen oder Musik abspielen, werden die Schallwellen über die Luft übertragen. Körperschall wird hingegen von einem festen Gegenstand übertragen, etwa beim Einschlagen eines Nagels in eine Hauswand. Er kann auch als Trittschall z.B. bei Trittgeräuschen auf einer Wohnungstrenndecke entstehen.

Schallschutzexperten berücksichtigen diese Übertragungsarten und die Auswirkungen auf die Gebäude bereits bei der Planung eines Bauwerkes. Denn der Schallschutz hat die Aufgabe, die Bewohner eines Gebäudes vor Geräuschen von außen oder aus benachbarten Räumen zu schützen.

„Der Holzbau bietet sehr gute Lösungen für den Schallschutz“, sagt Erik Preuß, Leiter des Holzbauzentrums Nord (HBZ*Nord). Der Diplomingenieur und sein Team beraten ausführende Betriebe und Planer auch in diesem Bereich.

Im Einfamilienhaus liegt dieser Schutz im Ermessen des Bauherrn, im Mehrfamilienhaus, in mehrgeschossigen Bauten und bei Reihenhäusern gelten Normen und Fachregeln. In Deutschland haben diese Regelungen eine lange Tradition. Die erste Norm stammt bereits aus dem Jahr 1938. Seither hat es viele Verbesserungen gegeben, die auch mit neuen Baumaterialien und Bauweisen einhergehen.

Im vergangenen Jahr ist die maßgebende DIN 4109 „Schallschutz im Hochbau“ überarbeitet und neu veröffentlicht worden. Die hier angegebenen Schallschutzwerte in Dezibel (dB) sind aber für Bauherren nicht greifbar und vorstellbar. Deshalb hat die DEGA – die Deutsche Gesellschaft für Akustik e.V. – einen Schallschutznachweis nach Vorbild des Energieausweises erarbeitet. Dort ist das von Elektrogeräten wie etwa Kühlschränken und Waschmaschinen bekannte „Ampelsystem“ zu finden. Das Verfahren funktioniert entsprechend, anstelle der Energieeffizienz- werden allerdings Lärmklassen ausgewiesen. Sie berücksichtigen den Standort und die Außenlärmsituation sowie den baulichen Schallschutz.

Das Schallschutzkonzept ist mehrstufig und einfach gekennzeichnet. So ist beispielswiese in Räumen mit der Schutzklasse F („rot“) laute Sprache einwandfrei zu verstehen, wird dann über mehrere Stufen leiser, bis schließlich der grüne Bereich erreicht ist und Stille herrscht. Hier ist A* die höchste Stufe mit dem besten Schallschutz. Der Bewohner eines Gebäudes kann beim Einzug sehen, wie gut das Gebäude gegen Luft-, Köper- und Trittschall geschützt ist. Wer selber baut, hat mit dem Schallschutzausweis ein Werkzeug für klare Regelungen mit dem ausführenden Betrieb an der Hand.

Diese Regelungen gelten für alle Bauweisen gleich. Da die Materialien des Holzbaus leichter sind als die des Mauerwerkbaus, werden hier doppel- bis mehrschalige Konstruktionen mit biegeweichen Schalen verwendet. Ergänzend können auch schwere Massen ergänzend eingesetzt werden.

„Der Schallschutz erfüllt im Holzbau die höchsten Ansprüche und Holzhäuser können beim Lärmschutzausweis die Kategorie A* erreichen“, sagt Preuß. Bauherren sollten sich an einen qualifizierten Holzbaubetrieb wenden. Kontakte und Beratungen erhalten sie im HBZ*Nord.

Fotos: ©HBZ

An den Anfang scrollen