So sichern Sie Ihr Eigenheim

Polizeiliche Verhaltenstipps plus Empfehlungen zum mechanischen und elektronischen Einbruchschutz

Ob Eigenheim oder Mietwohnung, ob Stadt oder Land, ob lange im Urlaub oder nur kurz zur Bäckerei – ein Einbruch kann jeden und jede treffen.

Es ist ein Horrorszenario: Sie kommen nach Hause und stehen im Chaos: Bücher auf dem Boden, Schränke durchwühlt, Wäsche verstreut. Das Bargeld ist verschwunden genauso wie die Spardosen der Kinder. Laptop und Kamera sind weg – mit persönlichen Daten und Bildern. Und auch der Schmuck ist in die Hände der Diebe gefallen, von der wertvollen Silberkette bis zum emotional wichtigen Erbstück.
Obwohl sich Täter und Opfer in der Regel nicht begegnen, überrollt Einbruchsopfer eine Welle von Gefühlen: Schock, Trauer, Ohnmacht, Verunsicherung. Um dagegen etwas zu tun oder es im besten Fall erst gar nicht so weit kommen lassen, sollten Sie folgende Tipps zum Einbruchschutz umsetzen.

Und wann damit anfangen? Genau jetzt! Der erste Schritt: Informationen einholen. Vertrauenswürdig und kompetent stehen die Fachberater der polizeilichen Beratungsstellen bundesweit mit einem kostenlosen Beratungsangebot zur Verfügung.

Polizeiliche Empfehlungen

Zu den polizeilichen Empfehlungen gehört richtiges Verhalten. Dazu zählt: die Haustür immer abschließen, wenn Sie das Haus verlassen, Aufstiegshilfen (wie Leitern oder Mülltonnen) einzuschließen und Anwesenheit zu simulieren. Für Letzteres können Sie in verschiedenen Räumen immer mal wieder das Licht an- und dann wieder ausgehen lassen, per Zeitschaltuhr oder SmartHome-gesteuert.
Bei längerer Abwesenheit sollten Sie eine vertrauenswürdige Person bitten, die Rollläden morgens hochzuziehen und abends herunterzulassen, den Briefkasten regelmäßig zu leeren und die Blumen zu gießen. Ziel ist es, den Eindruck zu erwecken, es sei jemand zuhause. Denn Einbrecher wollen den Kontakt mit den Hausbewohnern vermeiden und können daher durch Anwesenheitssimulation abgeschreckt werden.
Durchschauen sie den Trick, ist es zertifizierte Sicherheitstechnik, die ihnen eine wirksame Hürde entgegenstellt. Denn Einbrecher wollen schnell rein und schnell wieder raus. Üblicherweise sind sie nur mit einem Schraubendreher unterwegs, mit dem sie sich an ungesicherten Fenstern und Türen und Sekundenschnelle Zugang zum Haus verschaffen.

Mechanischer Einbruchschutz

Mechanische Sicherheitstechnik lässt die Täter an Fenstern und Türen scheitern, sodass 90 % der Einbrüche verhindert werden können. Abschließbare Fenstergriffe, Pilzkopfzapfenverriegelungen im Fenster, einbruchhemmende Schließzylinder und Mehrfachverriegelungen für die Haustür sind nur einige möglichen Maßnahmen. Auch aufgeschraubte Sicherungen (wie Querriegel und Stangenschlösser) können Einbrecher aufhalten und, da sie sichtbar sind, zudem abschreckend wirken.
Wer neu baut oder renoviert, sollte neue einbruchhemmende Fenster und Türen einbauen lassen. Wichtig: Einbruchschutz ist keine Standardeigenschaft und muss explizit ausgeschrieben werden.

Elektronische Sicherungen

Wer möchte, kann die mechanische Sicherheitstechnik um elektronische Sicherungen ergänzen. Hierzu zählen Gegensprechanlagen, Videotechnik und Einbruchmeldeanlagen. So kann Einbruchmeldetechnik dafür sorgen, dass ein Einbruch(versuch) an eine Notruf-Service-Leitstelle gemeldet wird, die Interventionskräfte schicken kann.

Verwenden Sie nur zertifizierte Produkte

Die Polizei empfiehlt grundsätzlich DIN geprüfte und zertifizierte Produkte zu verwenden. Auf welche Prüfungen und Normen Sie achten sollten, sehen Sie auf der Homepage
www.zuhause-sicher.de/einbruchschutz/minibuch-leitfaeden.
Die beste Technik bringt nichts, wenn sie falsch projektiert und montiert wurde. Wer sich für Einbruchschutz nach der polizeilichen Empfehlungspraxis entschieden hat, findet in spezialisierten Fachbetrieben die richtigen Ansprechpartner für die Umsetzung der Empfehlungen.

Einbau vom Fachbetrieb

Der zweite Schritt: Einbruchschutz-Empfehlungen umsetzen. Tipps zum richtigen Verhalten lassen sich schnell und vielfach kostenlos sofort umsetzen. Die Umsetzung der polizeilichen Empfehlungen zum mechanischen und elektronischen Einbruchschutz legen Sie am besten in die Hände eines Fachbetriebs. Eine sachgerechte Projektierung und Montage ist komplex und erfordert umfangreiches Fachwissen, damit die Technik korrekt eingebaut ist und reibungslos funktioniert. Auch eine regelmäßige Wartung der Technik kann durch den Betrieb erfolgen. Betriebe, die ihre Fachkenntnisse nachwiesen haben, finden Sie auf dem Adressennachweis von Errichterunternehmen auf der Homepage der Landespolizei Schleswig-Holstein.

Neue Sicherheits­­routine

Der dritte und entscheidende Schritt: alle genannten Tipps und die Technik nutzen. Das Zuhause belebt aussehen zu lassen und die Sicherheitstechnik beim Verlassen des Hauses nutzen und aktivieren, kann schnell zur neuen Sicherheitsroutine werden. Und das ist wichtig, denn die bewährtesten Tipps und die beste Technik helfen nur, wenn Sie sie diese auch im Alltag anwenden.

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