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Zusätzliche Rente aus der eigenen Immobilie

ImmorenteDie Förderbank Schleswig-Holsteins richtet sich mit der umgekehrten Hypothek an Immobilienbesitzer im Rentenalter

Als erstes Bundesland hat Schleswig-Holstein seine öffentliche Förderbank beauftragt, eine Immobilienrente anzubieten. Dieses Produkt schafft die Möglichkeit, Liquidität aus der im Eigentum verbleibenden Immobilie zu schöpfen.

„Die Immobilienrente ist ein zusätzlicher Baustein für die Altersvorsorge“, sagt Innenstaatssekretär Volker Dornquast. Sie helfe Menschen, in den eigenen vier Wänden ein selbst bestimmtes und finanziell abgesichertes Leben im Alter zu führen. Die Immobilienrente sei deshalb auch im öffentlichen Interesse.
Verbraucherschutzorganisationen und der Landesseniorenrat begrüßen nach Aussage von Dornquast die Immobilienrente als zusätzliches Instrument der Altersvorsorge und Alternative zum Verkauf der Immobilie.
Dornquast zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Angebot angenommen werde. Man werde die Erfahrungen auswerten und fortlaufend beobachten, wie sich das Produkt entwickelt. Damit sei gewährleistet, dass das Angebot den Interessen der älteren Immobilienbesitzer gerecht bleibe und das gesellschaftliche Ziel der finanziellen und sozialen Absicherung im Alter erreicht werde.
„Als Förderbank schließen wir eine Angebotslücke in Schleswig-Holstein“, sagt IB-Vorstand Dr. Klaus Rave. Zur Zielgruppe des Angebots gehören Einzelpersonen, Ehepaare oder Lebenspartnerschaften. Allein in Schleswig-Holstein leben rund 220.000 Haushalte mit Personen ab einem Alter von 70 Jahren in einer meist abbezahlten eigenen Immobilie. Doch drei von vier Rentnern verfügen über so geringe Renteneinkünfte, dass sie ihr Eigentum verkaufen müssten, um über genügend Mittel für einen angemessenen Lebensabend zu verfügen.
„Steinreich“ aber nicht liquide, das kennzeichnet oft die Situation. Diese Konstellation wird sich künftig noch verschärfen, denn die Menschen werden zwar immer älter, verfügen aber gleichzeitig im Verhältnis über immer weniger Rente.
Als eine mögliche Antwort auf diese Entwicklung führt die IB die Immorente in den Markt ein – und das als erste Förderbank. Wie es die Aufgabe eines Förderinstituts ist, soll mit diesem Schritt der Markt geöffnet und das vorhandene Marktversagen korrigiert werden. Die IB übernimmt Verantwortung, wenn es darum geht, bedarfsgerechte Konsequenzen aus dem demografischen Wandel zu ziehen.
„Wir sind uns bewusst, dass wir mit dieser Lösung neue, in Deutschland ungewohnte Wege beschreiten. Aber wir wissen, der Markt ist reif für diese Alternative“, so Dr. Rave. Schon vor der Produkteinführung gab es bei der IB aufgrund von Medienberichten mehr als 1.000 Anfragen, davon über 400 aus Schleswig-Holstein.
Die IB.ImmoRente funktioniert nach dem Prinzip der umgekehrten Hypothek. Das bedeutet, dass sich der Darlehensbetrag mit Fortschreiten der vereinbarten Laufzeit auf – nicht abbaut, wie bei den bisher üblichen Immobiliendarlehen.
Dies geschieht, indem dem Eigentümer das Darlehen von der IB in der Regel in monatlichen Raten – also wie eine Rente – ausgezahlt wird. Die Zahlungen werden so lange garantiert, wie die eigene Immobilie selbst genutzt wird oder bis das 110. Lebensjahr vollendet ist. Alternativ ist auch eine Einmalzahlung für Instandhaltung oder Modernisierung der Immobilie bzw. die Kombination der beiden Varianten möglich.
Zins- und Tilgungsleistungen sind während der Vertragslaufzeit an die IB nicht zu erbringen. Die Höhe des Einkommens spielt keine Rolle und wird nicht geprüft. Als Sicherheit dient der IB eine im Grundbuch eingetragene Grundschuld.
Erst bei Auszug (z.B. bei Umzug in eine Pflegeeinrichtung) oder Tod wird das ausgezahlte Darlehen fällig. Die Rückzahlung erfolgt entweder über den Verkauf der Immobilie oder durch die Tilgung aus anderen Mitteln. Im ersten Fall geht ein eventuell verbleibender Restbetrag an den bisherigen Eigentümer bzw. an die Erben.
Rentenzahlungen, die über die statistische Lebenserwartung hinausgingen, sind bereits durch die aus dem Darlehen geleisteten Garantieentgelte abgedeckt und brauchen nicht zurückgezahlt werden. Wenn von zwei Partnern einer sterben sollte, erhält der andere Partner die IB.ImmoRente weiterhin in gleicher Höhe ausgezahlt, solange er die Immobilie bewohnt.
„Wir bieten eine überlegenswerte Alternative zu Verkauf oder Vermietung der Immobilie, die man viele Jahre seines Lebens gerne bewohnt hat. Kurz gesagt: Wir machen Steine essbar“, so Axel Vogt, Leiter des Bereichs Immobilien der IB.
Wie hoch die IB.ImmoRente schließlich ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig: ab welchem Alter die zusätzliche Rente fließen soll, dem voraussichtlichen Wert der Immobilie zum erwarteten Rückzahlungszeitpunkt, dem Darlehenszins sowie der Höhe des Garantieentgeltes. Letzteres stellt sicher, dass die Zahlungen an den Eigentümer auch nach Erreichen seiner statistischen Lebenserwartung geleistet werden.
Zwei Beispiele: Ein 75-jähriger Eigentümer eines gut erhaltenen Reihenmittelhauses in Kiel-Russee (Baujahr 1990, Wohnfläche 110 m², Grundstücksgröße 250 m²) kann mit einer IB.ImmoRente von monatlich etwa 200 Euro rechen (Zinssatz 5,66 %).
Bei einem 70-jährigen Eigentümer eines gut erhaltenen Einfamilienhauses
mit Keller in Itzehoe (Baujahr 1990, Wohnfläche 120 m², Grundstücksgröße 600 m²) beträgt die IB.ImmoRente monatlich etwa 185 Euro (Zinssatz 5,64 %).

Interessierte erhalten erste Informationen und können ihre mögliche Rente vorläufig berechnen unter www.ib-sh.de/ibimmorente oder können unter der Telefonnummer 0431/ 9905-5000 bei der IB eine Broschüre anfordern.

Investitionsbank Schleswig-Holstein
Fleethörn 29-31, 24103 Kiel
Telefon 0431/ 99 05 0
www.ib-sh.de

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