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Wie kann ich richtig Energie sparen?

Man muss nicht gleich die ganze Heizungsanlage austauschen. Oft haben schon kleine Maßnahmen große Wirkung (Foto: ZEBAU)

Dass der weltweite Energieverbrauch und CO2-Ausstoß viel zu hoch sind und die Menschheit weit mehr Ressourcen verbraucht als die Erde auf Dauer verkraften kann, ist inzwischen den meisten bekannt. Die notwendigen Veränderungen stellen uns vor die wahrscheinlich größte Herausforderung dieses Jahrhunderts.

Doch unsere Gesellschaft beginnt sich zu wandeln und viele Menschen leben bereits bewusster und versuchen ihren Alltag klimaverträglicher und nachhaltiger zu gestalten. Während Bio, Fair Trade und DIY vor 30 Jahren noch als „öko“ abgetan und belächelt wurden, sind sie heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen und voll akzeptiert. Das reicht vom Kauf der Bio-Milch bis zur Wahl eines gelabelten, schadstofffreien Baustoffs für anstehende Modernisierungs- oder Renovierungsarbeiten im eigenen Haushalt.

Um einen nachhaltigen Lebensstil zu erreichen, liegt jedoch noch ein weiter Weg vor uns. Jeder Einzelne kann dabei einen wertvollen Beitrag leisten, denn bereits Kleinigkeiten können den eigenen Alltag umweltverträglicher gestaltet.

Der beste Ansatzpunkt ist das eigene Zuhause. So haben sich einige Energiespartipps längst etabliert: das Lichtausschalten beim Verlassen eines Raumes, das Schließen der Fenster bei laufender Heizung und das Ausschalten der Stand-by-Funktion bei Entertainmentgeräten.

Vielen Verbrauchern sind auch die unterschiedlichen Ökolabels bekannt, aber welches Label ist vertrauenswürdig und wofür stehen die einzelnen Labels? Es bleiben häufig Fragen offen. Wo z.B. finden sich die größten Verbraucher im Haus? Welche Haushaltsgeräte sind effizient und welche nicht? Welche Gütesiegel und Umweltzeichen bedeuten was? Wie heizt und lüftet man richtig um Schimmel zu vermeiden? Wie kann ich meine persönliche energetische Bilanz verbessern und dabei sogar Nebenkosten sparen? Muss ich dabei Komfort einbüßen oder kann ich sogar zusätzliche Wohnqualität gewinnen?

Am meisten lässt sich sparen, wenn die Geräte optimiert oder ausgetauscht werden, die auch viel in Betrieb sind. Aus diesem Grund wird in der Politik immer wieder der Austausch von Kühl- und Gefrierschränken diskutiert, denn diese laufen 24 Stunden am Tag – ein Austausch amortisiert sich also viel schneller als bei Geräten, die nur bei Bedarf eingeschaltet werden.

Gleiches gilt für die Heizung. Oftmals ist gar nicht ein Austausch der gesamten Heizungsanlage erforderlich. Kleine und geringinvestive Maßnahmen können große Einsparungen erreichen, wenn man die entscheidenden Verbraucher identifiziert. Bei der Heizungsanlage sind es häufig die Pumpen, die das heiße Wasser zu den Heizkörpern transportieren. Dies erfolgt z.T. auch im Sommer, wenn die Wärme gar nicht benötigt wird. Hinzu kommt, dass diese Pumpen oft überdimensioniert oder zu hoch eingestellt sind und aus diesem Grund ineffektiv arbeiten.

Die Stromkosten für ineffektive Pumpen belaufen sich auf ca. 100 Euro im Jahr. Mit modernen Modellen lassen sich davon ca. 80 % einsparen. Eine Überprüfung und ggf. ein Austausch der Heizungspumpe ist also häufig lohnenswert. Stellt man darüber hinaus fest, dass manche Räume weniger warm werden als andere, ist dies ein Indiz dafür, dass der Heizkreis nicht optimal eingestellt ist. Lässt man einen Fachmann das Heizsystem überprüfen und die richtigen Einstellungen vornehmen (Hydraulischer Abgleich), lässt sich Geld sparen und Komfort gewinnen, weil die Wärme dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Die zunehmende Digitalisierung unserer Freizeitgestaltung ist ein wesentlicher Grund für den steigenden Energieverbrauch im Haushalt. Wir besitzen immer mehr elektronische Geräte, die uns den Alltag vereinfachen sollen. Ein Beispiel dafür ist der Computer. Während im Jahr 1998 nur ca. 39 % aller Haushalte über einen Computer verfügten, sind es heute ca. 85 %. In vielen Haushalten existieren so viele Geräte wie Bewohner oder sogar mehr. Deswegen sollte der Energiebedarf der Unterhaltungselektronik kritisch hinterfragt werden, denn auch hier gibt es einfache Tricks. So benötigen z.B. Laptops bis zu 70 % weniger Energie als traditionelle PCs und sind zudem noch mobil einsetzbar und platzsparend.

Für alle Geräte gilt aber: Stand-by-Modus vermeiden. Laut BUND verschwenden die Deutschen pro Jahr mehr als 3,5 Milliarden Euro für den Stand-by-Betrieb. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass viele Geräte gar nicht mehr über einen On-Off-Knopf verfügen. Es empfiehlt sich also ausschaltbare Steckerleisten zu verwenden – mit einem Klick ist dann alles aus.

Wer mehr Informationen möchte und Fragen zum Thema Energieeffizienz im Haushalt hat, für den veranstaltet die ZEBAU GmbH am 25. Juni 2014 im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Freien und Hansestadt Hamburg eine kostenfreie Informationsveranstaltung. Unter dem Titel „Effizienz in Wohngebäuden – Energieeffizient & umweltbewusst Leben!“ wird um 18.30 Uhr in den großen Sitzungssaal der Bezirksversammlung Hamburg-Nord eingeladen.

Während dieser Abendveranstaltung wird es um Themen wie den persönlichen CO2-Fußabdruck, Möglichkeiten zum Strom- und Energiesparen und die richtige Wahl bei der Verwendung von Baustoffen gehen. Experten aus dem Bereich Energieeffizienz und Umweltschutz werden über geringinvestive Maßnahmen, einen persönlichen Maßnahmenplan zum Energie einsparen und darüber, wie ein energiebewusstes Nutzerverhalten Einfluss auf die persönliche CO2-Bilanz, das Wohnbefinden und den Geldbeutel haben kann, informieren. Für individuelle Fragen werden Ansprechpartner genannt.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, auf Grund der begrenzten Anzahl von Plätzen ist eine Anmeldung unter www.zebau.de dennoch notwendig.



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