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Umweltfreundlich bauen und heizen

Die Steigerung der Ölpreise mahnt nachdrücklich, die Abhängigkeit vom Öl zu vermindern. Die vermehrte Nutzung von Holz wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Denn Holz ist gleichzeitig nachwachsender Rohstoff und umweltfreundlicher Energieträger.

Holz als Baustoff und Energiequelle des 21. Jahrhunderts

Ölpreissteigerungen haben schon mehrfach der Weltwirtschaft Probleme bereitet. Bereits seit der Ölkrise in den 70er Jahren gilt die Energieeinsparung als eines der wirksamsten Mittel, die Marktlage beim Rohöl zu beruhigen.
Die nächst wichtige Maßnahme ist, Erdöl durch andere Energieträger zu ersetzen. Sind dies Kohle oder Erdgas, bleibt freilich das Problem bestehen, dass damit Rohstoffe unwiederbringlich verbraucht werden. Zudem belastet das bei der Verbrennung frei werdende Kohlendioxid (CO2) die Atmosphäre. Anders ist es, wenn regenerative Energien verwendet werden. Sonne, Wind und Wasserkraft, aber auch Erdwärme versiegen nie und lassen sich umweltfreundlich gewinnen und nutzen.
Ein großes Potenzial liegt darüber hinaus in der Verwendung von Holz als Brennstoff und Baustoff. In Mittel- und Nordeuropa wächst in Folge der nachhaltig betriebenen Forstwirtschaft weitaus mehr Holz heran, als den Wäldern entnommen wird. Eine vermehrte Nutzung hiesigen Holzes als Rohstoff und Energieträger würde die Vorteile von Waldpflege, Klimaschutz und Energieeinsparung miteinander verbinden.
Holz ist ein Rohstoff, den uns die Natur produziert, und das ganz ohne schädliche Emissionen. Die Biomasse besteht aus den natürlichen Grundstoffen Kohlendioxid, Wasser und Spurenelemente. Eine hundertjährige Fichte beispielsweise entzieht beim Wachstum der Atmosphäre etwa 1 bis 1,8 Tonnen CO2. Es bleibt im Stamm gespeichert, und zwar über die Lebenszeit des Baumes hinaus in den aus ihm gefertigten Produkten. Je mehr langlebige Güter aus Holz gefertigt werden, desto mehr CO2 ruht darin. So kommt es, dass Holz die CO2-Bilanz entlastet. Umweltschützer sehen daher in Holz den Baustoff des 21. Jahrhunderts, denn Holzhäuser, das zeigen viele markante Beispiele, können uralt werden.
Die Holz-Gewinnung erfordert vergleichsweise geringe Energiemengen, gemessen an dem darin gespeicherten Energieinhalt. Ein kleiner Schönheitsfehler ist aus Umweltsicht, dass für den Betrieb der forstwirtschaftlichen Maschinen und für den Transport zum Sägewerk Treibstoff aus fossilen Rohstoffen benötigt wird. Danach aber geht es umweltfreundlich weiter, da die holzverarbeitende Industrie inzwischen ihren eigenen Energiebedarf in hohem Maße aus Restholz deckt.
Je weniger das Holz weiter bearbeitet wird, desto günstiger fällt die Energiebilanz aus. Häuser aus massivem Vollholz schneiden dabei sehr günstig ab. Qualitätsholz nach DIN-Norm, wie es der Güteschutz für deutsche Massivholz- und Blockhäuser vorschreibt, muss technisch getrocknet sein. Dies geschieht in beheizten Trockenkammern. Die für den Trocknungsvorgang nötige Energie ist bestens angelegt. Massivholz, das trocken eingebaut und durch konstruktiven Holzschutz trocken gehalten wird, benötigt keinen chemischen Holzschutz und bietet die Gewähr für eine lange, gesunde, schadensfreie Lebensdauer des Hauses.
Massivholzhäuser sind quasi von Natur aus Energiesparhäuser. Viele werden als Niedrigenergiehäuser gebaut. Doch ganz ohne Heizung geht es meist nicht. Wer auf Dauer etwas für die Erhaltung der Umwelt und der natürlichen Lebensgrundlagen tun möchte, sollte genau überlegen, ob nicht statt Gas oder Öl eine umweltfreundlichere Heizenergie in Frage kommt. Brennholz, das früheren Generationen regelmäßig eine warme Stube beschert hat, ist in dieser Funktion fast in Vergessenheit geraten.
Viele Bauherren spendieren sich einen Kachelofen oder offenen Kamin, um gemütliche Stunden am knisternden Feuer zu verbringen. Dass mit Holz auch ernstlich geheizt werden kann, sollte wieder mehr ins Bewusstsein dringen. Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft wäre ein hierzulande nahezu unerschöpflicher Brennstoff. Forstbetriebe wären froh, sich mit Brennholz eine zusätzliche Absatzquelle erschließen zu können. Ein Holzhaus mit Holz zu beheizen, was würde besser zusammen passen?

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