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Schlüsselbund am Nagel

Sorgfalt beim Kaufvertrag

ANZEIGE Vor dem Einzug in die eigenen vier Wände stehen zwei Hürden: die Finanzierung und der Kaufvertrag. Gerade bei Letzterem lohnt es sich, Zeit und Sorgfalt zu investieren, um vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein.

Gehen wir davon aus, dass die klassischen Entscheidungen getroffen sind. Das Objekt ist ausgesucht und nun soll der Kauf vertraglich fixiert werden. Worauf ist zu achten?

„Der erste Fallstrick können die Zahlen und Größenangaben sein“, weiß Heinrich Stüven, Vorsitzender des Grundeigentümer-Verbandes Hamburg. Er empfiehlt den Käufern, alle beispielsweise auf Bauplänen und in Verträgen angegebenen Raumgrößen nachzumessen. „Niemandem ist gedient, wenn das Schlafzimmer im Vertrag mit 20 m² angegeben ist, der Käufer die neuen Möbel bestellt und dann später feststellen muss, dass sie nicht in den Raum passen, weil die tatsächliche Größe nur 19,4 m² beträgt“, so Stüven.

Finanzielle Abwicklung
Die Aufsetzung des Vertrages und die Abwicklung des Kaufes obliegen in den allermeisten Fällen einem Notar. Stüven empfiehlt dem potenziellen Käufer, den Notar selbst auszusuchen. Er wird den Vertrag aufsetzen oder den vom Verkäufer vorgelegten Kaufvertrag prüfen. Auch das Finanzielle wird er abwickeln – die klassische Bezahlung einer Immobilie läuft über ein so genanntes Notar–Anderkonto. Der Käufer zahlt den festgesetzten Kaufpreis auf dieses Konto ein und signalisiert somit dem Verkäufer, dass er willens und in der Lage ist, diesen auch zu bezahlen. Endgültig an den Verkäufer geht das Geld am Übergabeverrechnungstag, der ebenfalls im Kaufvertrag fixiert sein muss.

Wichtig ist darüber hinaus, gerade bei gebrauchten Immobilien, dass der Verkäufer sein Einverständnis gibt, im Grundbuch eine Auflassungsvormerkung zuzulassen. Sie ist ein rechtswirksames Versprechen des Verkäufers, die Immobilie an den Käufer zu verkaufen. Volleigentümer wird er jedoch erst mit dem vollständigen Grundbucheintrag.

Der Grundbucheintrag
Der Grundbucheintrag ist fast das Wichtigste beim Kaufvertrag – in ihm sind nämlich auch mögliche Einschränkungen vermerkt, die der neue Besitzer bei mangelnder Sorgfalt mit übernimmt. Heinrich Stüven nennt Beispiele: „Jeder Käufer sollte prüfen: Bestehen so genannte Dienstbarkeiten, beispielsweise Leitungsdienstbarkeiten? Oder ist ein Wegerecht zugunsten eines Dritten eingetragen, also darf zum Beispiel die Auffahrt mitbenutzt werden? Wer nicht will, dass Nachbars Porsche jeden Morgen vor dem Fenster vorbeifährt, sollte doppelt genau hinschauen“, rät der Experte.

Und einen, vielleicht den wichtigsten, Tipp hat Stüven zum Schluss noch: „Jeder potenzielle Immobilienkäufer, für den diese juristischen Fragen böhmische Dörfer sind, kann seinen Kaufvertrag vom Experten prüfen lassen.“
Mehr zum Service des Grundeigentümerverbands Hamburg erfahren interessierte Bauherren auf der Homepage www.grundeigentuemerverband.de, unter Telefon 040/ 3096720 oder in der Geschäftsstelle Glockengießerwall 19, 20095 Hamburg.

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