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Reet ist ein Stück Kulturgut

Reet ist ein natürlicher Baustoff, der zum Kulturgut von Schleswig-Holstein gehört (Foto: Ohm)

ANZEIGE Reetgedeckte Häuser sind echte Schmuckstücke, nicht nur an den Küsten von Nord- und Ostsee. Mehr noch: „Reet gehört zum Kulturgut von Schleswig-Holstein“, das unterstrich der ehemalige Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen.

Reetdächer waren bei uns bereits in der frühen Siedlungsgeschichte die vorwiegende Art der Dacheindeckung und haben die norddeutsche Kulturlandschaft mitgeprägt.

Was insbesondere in Küstennähe als Arme-Leute-Dach begann, ist heute begehrt. In Gewässernähe und feuchten Niederung wuchs das Schilfrohr in Massen und konnte zum Bauen verwendet werden. Mit der Industrialisierung wurde es weitgehend von Ziegeln verdrängt und nur diejenigen, die sich diesen modernen Baustoff nicht leisten konnten, verwendeten weiterhin das traditionelle Reet.

Als allerdings ehemalige Schilfgebiete trockengelegt und für Viehhaltung verwendet wurden, wurde auch das Reet knapper. Neben dem eigenen Anbau muss der Baustoff importiert werden.

Reetdächer sind allerdings nie ganz ausgestorben und gelten als echte Hingucker auf dem Land und in vielen Dörfern. Denn sie sind Unikate und geben dem Gebäude ein individuelles Erscheinungsbild. Es erfordert jedoch einen hochwertigen Rohstoff und eine fachmännische Verarbeitung, ein Dach mit Reet nachhaltig einzudecken. Da sind Spezialisten wie die Dachdeckerei Ohm aus Norddeich gefragt.

Nach dem zweiten Weltkrieg, als Willi Landau sich als Reetdachdecker selbstständig machte, gab es noch viele Reetdächer. Sein Sohn Hans-Willi, der die Dachdeckerei übernahm, wurde ebenfalls Dachdeckermeister. Seit 1990 führen Reimer und Hans-Hermann Ohm in der dritten Generation den Betrieb und haben sich als „De Reitdachdecker“ einen Namen gemacht.

„Das Wissen um das traditionelle Handwerk ist bei uns von einer Generation auf die nächste weitergegeben worden, und wir haben es laufend aktualisiert“, so Hans-Hermann Ohm. Das bedeutet für die Dachdeckerei Ohm: 63 Jahre im Familienbesitz – 63 Jahre Handwerksqualität aus Schleswig-Holstein.

Mit dem Handwerk versteht es das Unternehmen, Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und die Achtung des kulturellen Erbes zu verwirklichen. Hierzu gehören der Umgang mit dem traditionellen Baustoff bei der Reetdachsanierung, auch denkmalgeschützter Gebäude und Reparaturen. Kernkompetenz ist zudem die Neueindeckung von Gebäuden mit Reet.

Die Dachdeckerei Ohm ist mit dem Qualitätssiegel der deutschen Bauwirtschaft „Meisterhaft“ für Qualität, Kompetenz und Zuverlässigkeit ausgezeichnet. Zudem erhielt sie für beispielhafte Leistung bei der Reetdachsanierung eines denkmalgeschützen Hauses in Hamburg mit anderen Objekt-Gewinnern den ersten Platz beim Bundespreis im Dachdeckerhandwerk.

Da heute wieder wesentlich gesundheitsbewusster und nachhaltiger gebaut wird, besinnen sich viele Bauherren auf die positiven Eigenschaften von Reet. Es ist ein natürlicher, ökologischer Baustoff, der das Haus im Winter warm und im Sommer kühl hält sowie die Feuchtigkeit optimal reguliert.

Ein Reetdach ist robust und unverwüstlich. In der Regel hält es 40-60 Jahre. Es gibt jedoch Dächer, die an die einhundert Jahre alt sind. „Entscheidend für die Lebensdauer sind die Qualität des Materials und die Verarbeitung. Von der Ernte und Trocknung über die Planung bis zum Aufbringen aufs Dach ist höchste Sorgfalt Pflicht“, erklärt Hans-Hermann Ohm, der seit 2006 auch Obermeister der schleswig-holsteinischen Reetdachdecker ist.

Um ein vorzeitiges Verrotten des Reets zu verhindern, sollte auf verschiedene Kriterien geachtet werden. Geschnitten werden sollten die Halme im Winter, da sie dann voll ausgereift und ausgetrocknet sind, denn nur abgestorbene Halme können verwendet werden.

Das Reet muss sorgfältig gelagert werden, damit es nicht schimmelt. Die Dachdeckerei Ohm hat im letzten Jahr eine neue Lagerhalle errichtet, die alle modernen Voraussetzungen für eine optimale Lagerhaltung bietet. Reet muss auch handwerklich und bauphysikalisch richtig eingesetzt werden.

Beispielsweise sollte ein Reetdach mindestens eine Dachneigung von 45 Grad aufweisen, damit die Wassertropfen ablaufen können. Und die Halme sollten nicht zu feinhalmig sein. Zudem muss eine ausreichende Hinterlüftung vorgesehen sein. Damit der Bauherr lange Freude an seinem reetgedeckten Haus hat.


Dachdeckerei Ohm GbR
Mühlenstraße 6
25764 Norddeich
Telefon 04833/ 42 88-0 und 84 93
www.reetdachdeckerei-ohm.de



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