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Neu und alt im Dialog

Als das Ehepaar Melanie und Ulrik Thöne das eingeschossige Einfamilienhaus mit Satteldach in Hamburg-Rahlstedt gekauft hat, war es bereits durch den Vorbesitzer mit einem Wärmedämmverbundsystem und Kunststoff-Fenstern verkleidet worden.
Knapp 98 m² Wohnfläche wurden der wachsenden Familie zu klein und so kam der Wunsch nach einem Dachgeschoss auf. Ein Problem war der Dachstuhl mit Nagelbrettbindern, der so nicht für einen Ausbau geeignet war.
Die Erweiterung sollte den ästhetischen Ansprüchen der Familie gerecht werden, und am besten mit einem Pultdach ähnlich dem des Nachbarhauses, versehen werden.
Familie Thöne lobte 2009 einen kleinen Architektenwettbewerb aus und lud drei Architekten ein, um Vorentwürfe zu präsentieren. Architekt Ludger Hüttenmüller aus Neumünster und Kiel hatte kurz zuvor in der Nachbarschaft einen viel beachteten Anbau bei einer befreundeten Familie fertiggestellt und traf mit seinem Vorentwurf bei Familie Thöne sofort auf Zustimmung.
Entgegen den Vorgaben entwarf Architekt Hüttenmüller eine 3/4 Dachgeschossaufstockung mit einem Satteldach, welches er bewusst als neuen Baukörper zwischen die alten Dachflächen setzte. Zudem fügte er einen neuen Eingang mit Treppenhaus hinzu.
Am 3D-Modell war ersichtlich, dass eine Pultdachaufstockung über die gesamte Länge das Haus „erdrücken“ würde. Im Gegensatz zur Nachbarbebauung war auf dem Thöne-Grundstück nur eine eingeschossige Bebauung möglich.
Eine leichte Holzrahmenbaukonstruktion mit teilweiser Vorfertigung ermöglichte im November 2010 eine kurze Bauzeit von drei Monaten. Der Abbruch der mittleren Dachfläche und der Aufbau des neuen Dachgeschosses dauerten gerade einmal drei Tage.
Damit Familie Thöne das Erdgeschoss weiterhin bewohnen konnte, und auch die Tapeten an der Gipskartondecke bleiben konnten, entwickelten Architekt Hüttenmüller und das Ingenieurbüro Horn + Horn folgende Lösung: Neben die Untergurte der Nagelbrettbinder wurden neue Holzbalken gelegt und mit den Nagelbrettbindern verbolzt. Dann konnte der obere Teil des Nagelbrettbinders abgeschnitten und eine Deckenscheibe aus OSB-Platten aufgelegt werden.
Der alte Teil des Einfamilienhauses in Massivbauweise mit weißer Fassade, weißen Fenstern, anthrazitfarbenen Betondachsteinen und einer dunklen Giebelverschalung steht nun im Dialog zu den hellen, warmen Tönen des neuen Gebäudeteils in Holzkonstruktion mit waagerechter Holzschalung aus Red Cedar Clears in unterschiedlich farbigen Schattierungen, der Aluminium-Fassadenelemente und des waagerecht verlegten Zinkprofils der Dacheindeckung.
Eine geschwungene Wand zwischen Flur und Bad bringt Dynamik in das Raumerlebnis. Drei ungefähr gleich große Zimmer mit viel Raumhöhe, ein neues Bad und Treppenhaus haben das Einfamilienhaus um rund 80 m² erweitert und bieten der vierköpfigen Familie Thöne Platz zur Entfaltung.

Architekt Ludger Hüttenmüller
Wasbeker Straße 180
24537 Neumünster
Telefon 04321/ 677 76
www.architekt-huettenmueller.de

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