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Handwerkerrechnungen absetzen

Die Kosten für Handwerkerleistungen können von der Steuerschuld abgezogen werden (Foto: Thullesen)

Wer seine Einkommensteuererklärung vorbereitet, der sollte die Handwerkerrechnungen nicht vergessen. Insgesamt 20 Prozent der Lohnkosten – maximal 6.000 Euro – können für das zurückliegende Jahr steuerlich geltend gemacht werden.

Damit beträgt die Steuerersparnis bis zu 1.200 Euro. Diese Summe kann direkt von der geschuldeten Steuersumme abgezogen werden. Wichtig dabei: Da nur der Lohnkostenanteil sowie eventuelle Maschinenmiet- und Anfahrtskosten steuerlich abzugsfähig sind, müssen diese auf der Rechnung auch gesondert ausgewiesen sein. Materialkosten werden nicht angerechnet.

Alle Handwerkerrechnungen aus dem Jahr 2014 können bei der Einkommensteuererklärung 2014 geltend gemacht werden, die bis Mai 2015 beim zuständigen Finanzamt vorliegen muss. Bis dahin lohnt es sich zu sammeln.
In den Genuss des Steuerbonus kommt allerdings nur, wer alle Bedingungen erfüllt und das Verfahren korrekt abwickelt. Ganz wichtig dabei ist die Art der Bezahlung der Rechnung. Nur wer die Handwerkerrechnung per Bank überweist, kann die Rechnung später beim Finanzamt geltend machen. Quittungen über Barzahlungen, vom Unternehmer auf der Rechnung handschriftlich als “dankend erhalten” vermerkt, haben keine Chance auf Anerkennung.

Außerdem muss die Rechnung des Handwerksbetriebs acht formale Bedingungen erfüllen: Sie muss den vollständigen Namen und die komplette Anschrift sowohl des Bauunternehmens als auch des Bauherrn tragen. In der Rechnung muss die Steuernummer oder die vom Bundesamt für Finanzen erteilte Umsatzsteueridentifikationsnummer des Rechnungsstellers aufgeführt sein. Nicht fehlen darf auch das Datum, und die Rechnung muss außerdem eine Rechnungsnummer haben. Art und Umfang der erbrachten Arbeiten müssen eindeutig bezeichnet sein, ebenso wie der Zeitpunkt der Leistung. Und natürlich müssen auch der Umsatzsteuersatz und die entsprechende zu zahlende Summe am Ende der Rechnung ausgewiesen werden.

Oft vergessen wird in den Handwerkerrechnungen der Hinweis auf die Aufbewahrungspflicht. Geschäftsleute müssen ihre Rechnungen zehn Jahre lang aufheben. Private Bauherren, die nicht der Umsatzsteuer unterliegen, müssen ihre Rechnungen zwei Jahre lang aufbewahren. Kann der Bauherr innerhalb dieser zwei Jahre dem Finanzamt auf Nachfrage keine Rechnung vorweisen, droht ihm ein Bußgeld von bis zu 500 Euro. Außerdem sollten Bauherren ihre Rechnungen grundsätzlich sorgfältig aufbewahren, um später eventuelle Gewährleistungsansprüche geltend machen zu können.

Abzugsfähig sind grundsätzlich alle Handwerkerrechungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im inländischen Haushalt. Nicht steuerlich geltend machen können Bauherren Handwerkerarbeiten an Neubauten.

Wer allerdings seine Immobilie in diesem Jahr energetisch sanieren und wärmedämmtechnisch auf den neuesten Stand bringen möchte, der kann alle damit verbundenen Lohnkosten – bis 6.000 Euro – von der Steuer abziehen. Darunter fallen beispielsweise die Wärmedämmung von Haus und Fassaden, der Austausch der Fenster oder der Heizungsanlage wie auch der Einbau einer Solaranlage. Doch auch hier gibt es eine Ausnahme. Das sind öffentlich geförderter Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden. Es gibt also keine doppelte Förderung.

Haushaltsnahe Dienstleistungen (z.B. Wohnungsreinigung) sowie Pflege- und Betreuungsleistungen können daneben mit maximal 4.000 Euro steuermindernd geltend gemacht werden. Wenn also Dienstleistende und Handwerker in Anspruch genommen werden, gibt es vom Finanzamt bis zu 5.200 Euro im Jahr zurück.


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