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Frühe Farben verschönern graue Tage

ZaubernussWinterblüher mit farbenfrohen Blättern sind der schnellste Weg zum Frühling

Langsam werden die Tage wieder länger. In den Gärten herrscht zwar noch winterliche Ruhe, doch einige Pflanzen lassen sich durch die Kälte nicht vom Blühen abhalten: Frühblüher wie Schneeglöckchen und Winterlinge strecken vorwitzig ihre kleinen Blüten dem Licht entgegen und wecken die Vorfreude auf wärmere Tage.

Auch bei manchen Gehölzen zeigt sich wieder erwachendes Leben. Weil die sommergrünen Bäume und Sträucher noch keine Blätter haben, sind die Blüten jetzt besonders gut zu sehen.

Zauberhafte Blütenbänder
Die Zaubernuss (Hamamelis) ist ein wunderbarer Winterblüher, der der Kälte trotzt und dessen Blüten wegen des noch fehlenden Laubes sehr gut zu sehen sind. Die Blütenblätter sind eigenwillig geformt: wie längliche, leicht gekräuselte und sehr schmale Bänder. Bei sehr niedrigen Temperaturen rollen sie sich zusammen, um sich vor der Kälte zu schützen. Meist sind die Blütenblätter leuchtend gelb und bilden einen auffallenden Kontrast zu den dunklen, oft rötlichen Kelchblättern an der Blütenbasis. Es gibt auch Zaubernüsse mit feurig orangefarbenen oder roten Blüten.

Blütenteppiche im Winter
Auch die Winter- oder Schneeheide (Erica carnea) zaubert früh Farbe in den Garten. Ihre Hauptblütezeit reicht von Februar bis April. Das Spektrum reicht von reinem Weiß über kräftige Rosa- und Rottöne bis hin zu Violett. Pflanzt man die Winterheide in Gruppen, kann sie sich zu wahren Blütenteppichen entwickeln. Auch die feinen, immergrünen nadelartigen Blätter tragen zu ihrem Zierwert bei. Die Grüntöne variieren je nach Sorte, und es gibt sogar Winterheide mit gelblichen Nadeln. Bei manchen Sorten färben sich die zierlichen Blätter im Winter bronzegrün.

Vielseitig und immergrün
Die meisten Laubgehölze sind sommergrün, doch es gibt einige, die auch im Winter ihre Blätter behalten. Sie sind deshalb für einen Garten, der das ganze Jahr über Farbe zeigen soll, besonders interessant.
Die Stechpalme (Ilex) hat kräftige, oft leicht bedornte, glänzend grüne Blätter. Außerdem gibt es Sorten mit bläulich-grünen oder mit mehrfarbigen, beispielsweise goldgelb oder silbrig gerandeten Blättern.
Stechpalmen werden auch wegen ihrer auffallenden, lange an den Zweigen haftenden Früchte geschätzt. Viele Sorten tragen im Winter leuchtend rote Beeren, die vor den immergrünen Blättern besonders gut zur Geltung kommen und sie auch zu einem schönen winterlichen Vasenschmuck machen. Größere Pflanzen verkraften es gut, wenn Beeren tragende Zweige für die Vase geschnitten werden.
Manche Stechpalmen sind zweihäusig, das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Für eine gute Fruchtbildung ist es dann sinnvoll, dass sich im Garten neben einer weiblichen Stechpalme eine männliche als Pollenspender befindet.
Wegen ihrer Schnittverträglichkeit werden Stechpalmen auch gerne als dichte, immergrüne und undurchdringliche Hecken gepflanzt.

Blütenstrauch für Mensch und Tier
Die Zierquitte (Chaenomeles) blüht wie die Zaubernuss bereits vor dem Blattaustrieb. Ihre auffallenden, großen Blüten sind meistens leuchtend rot und erscheinen im März und April in großer Zahl. Manche Sorten blühen bis in den Mai hinein. Viele haben leuchtend gelbe Staubgefäße, die einen schönen Kontrast zu den kräftig roten Blütenblättern bilden. Es gibt auch Zierquitten, die weiß oder rosa blühen.
Im Herbst reifen kleine, leuchtend gelbe, mehr oder weniger apfelförmige Früchte, die an die der Echten Quitte (Cydonia oblonga) erinnern. Deshalb ist die Zierquitte auch unter dem Namen Scheinquitte bekannt. Ihre aromatisch duftenden Früchte sind roh nicht genießbar, können aber zu Marmelade oder Saft verarbeitet werden.
Zierquitten sind anspruchslose und pflegeleichte Sträucher, die meist nur einen bis anderthalb Meter hoch werden. Sie sind wertvolle Schutz- und Nährgehölze für Vögel und andere kleine Tiere. Die Früchte bleiben bis in den Winter hinein an den Zweigen, werden dann weich und dienen heimischen Tieren als Nahrung.
Manche Zierquitten eignen sich für undurchdringliche Blütenhecken, andere können an einem Spalier sogar an der Hauswand emporwachsen. Die Zweige sind in der Floristik beliebt, denn sie lassen sich gut vortreiben und verschönern dann den Frühlingsstrauß.

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