Zukunftsmarkt für das Handwerk

Kategorie [ Barrierefrei Wohnen ]

PodiumRückblick auf die Fachtagung “Wohnen: Lebensqualität für alle”

Komfort beinhaltet nicht nur Schwellenfreiheit, sondern Barrierefreiheit im umfassenden Sinn. Eine Sensibilisierung für Hindernisse, Komforteinschränkungen, schlechten Bedienelementen etc. stellt sich zumeist jedoch erst dann ein, wenn man ein Handicap hat oder von einer körperlichen Einschränkung betroffen ist.

Eine wesentliche Erkenntnis der Fachtagung war, dass “Barrierefreiheit im Kopf anfängt” – und zwar bei allen: den Nutzern, den Planern, den Bauherren, den Ausführenden und anderen mehr.
Dieses Resümee konnte als ein durchgängiges Ergebnis der Tagung und auch in der abschließenden Podiumsdiskussion an der Fachtagung “Wohnen: Lebensqualität für alle” (Veranstalter: ESF-Projekt der Handwerkskammer Hamburg “Zukunftsmarkt Handwerk: Generation 50 plus”) gezogen werden.
Die über 130 Besucher der Fachvorträge und der begleitenden Ausstellung konnten sich in neun Foren umfangreich informieren. Der Themenreigen reichte von neuen Planungsansätzen über konkrete Beispiele, Fördermöglichkeiten, Anforderungen an barrierefreie Wohnraumanpassung, wirtschaftliche Betrachtungen für Investoren, neue Wohnformen sowie Entwicklungen auf der politischen Ebene und der Änderungen, die die neue DIN 18040 bringen wird.
Grundsätzlich wurde deutlich, dass – dank sei dem medizinischen Fortschritt – der zunehmende Anteil älterer Menschen, die noch lange nicht zum “alten Eisen” gehören, immer stärker wahrgenommen werden. Sowohl ihre Wünsche, Aktivitäten und Möglichkeiten, aber auch die mit dem Alter zunehmenden Einschränkungen bestimmen in wachsendem Maß Produkt- und Dienstleistungsentwicklung aller Wirtschaftsbereiche sowie unsere Gesellschaft schlechthin. Beispielsweise zeigte Prof. Dr. Katharina Weresch (HCU) in ihrem Vortrag auf, dass der Baustandard der Zukunft “Barrierefrei Bauen” heißt. In unserer Zeit steht die Wohnraumanpassung zumindest an die Erfordernisse der Barrierearmut auf der Tagesordnung.
Für alle Bauherren jetzt und in der Zukunft heißt das, es müssen die Anforderungen des Barrierefreien Bauens in gutem Design sowie die sich verändernden Wohn- und Lebensformen in einer alternden Gesellschaft berücksichtigt werden. Nur so kann die langfristige, zukunftssichere Nutzung von Wohnobjekten gewährleistet werden.
Eine Online-Dokumentation der Fachtagung ist in Vorbereitung. Sie ist bald auf der Homepage www.wohnen50plus.info abrufbar.

Foto:Handwerkskammer Hamburg