“Wir haben nur weitergebaut”
70 Jahre altes Haus in Lübeck erhielt einen passenden Anbau
“Wir haben nur weitergebaut.” So beginnt die Erzählung von Prof. Dr. Gerke und Anne Helling, Bauherren eines 40-er Jahre Siedlungshauses am Fahlenkampsweg in Lübeck.
Es ist der erfolgreiche Versuch, ein 70 Jahre altes Haus, dass vielen abrißwürdig erschien, nicht nur zu retten, sondern formal zu erhalten, ohne dabei heutige Standards von Energie, Komfort und Sicherheit aus dem Auge zu verlieren. Nicht das “neue Design” stand im Vordergrund, vielmehr der hohe Nutz- und Erlebniswert für den Menschen, mit dem Ziel Wohlbefinden herzustellen.
Benötigt wurden 200 m² Wohnfläche, 100 m² beinhaltete der Altbau. Die Idee war, ein weiteres Haus dieser Kubatur an das Bestehende anzufügen. “Der Grundtenor des Entwurfs ist also ein klares Bekenntnis zur traditionellen Bauform und doch klingen nur allzu viele Abweichungen an”, sagt Architekt Tobias Mißfeldt. “Gesucht wurde der Dialog, das Zusammenspiel, das nur entsteht, wenn es ein gleichwertiges Gegenüber gibt, wo keines das Andere dominiert.”
Schwarz kontrastiert mit Rot, ein kleinteiliger Grundriss mit Offenheit, kleinformatige Fensteröffnungen mit einer großen Glasfront, die sich zum Landschaftsraum der Wakenitz hin öffnet.
In der neuen Mitte des Hauses, der Fuge zwischen Alt und Neu, gibt es eine Treppe und eine Brücke als Bindeglied. Eingehüllt wird diese Fuge mit Glas, einem vertikalen Wintergarten – “ein tiefer Atemzug” in dem ansonsten horizontal angelegten Bautypus.
Aufgewertet wird das Haus durch den Einbau einer Bulthaup-Küche. Das puristische klare Design fügt sich harmonisch in die architektonischen Gegebenheiten des neu gestalteten Wohnbereichs ein. Die funktionalen Grundelemente konzentrieren sich auf das Wesentliche.
Foto:Mißfeldt Kraß