Welche Wärmepumpe arbeitet wirklich sparsam?
Jahresarbeitszahl ist der Maßstab zur Bestimmung der Energieeffizienz einer Wärmepumpe
Wer sich eine Wärmepumpe anschafft, schont nicht nur die Umwelt, sondern kann auch viel Geld sparen. Bei der Auswahl des richtigen Gerätes sollte allerdings auf die Qualität geachtet werden.
“Ein wichtiges Kriterium ist die Jahresarbeitszahl, denn sie besagt wie effizient die Wärmepumpe ist und wie viel Energie zur kostenlosen Umweltwärme noch hinzu gekauft werden muss”, weiß Ralf Gößwein von der Initiative Wärme+.
Die Jahresarbeitszahl sagt aus, wie viel Heizungswärme im Verhältnis zum eingesetzten Strom von der Wärmepumpe im Laufe eines ganzen Jahres im betreffenden Haus erzeugt wurde. Sie berücksichtigt demnach auch jahreszeitlich oder klimatisch bedingte Schwankungen.
Zum Beispiel: Das Verhältnis von 75 Prozent aufgenommener Umweltwärme zu 25 Prozent Antriebsenergie (Strom) ergibt eine Jahresarbeitszahl von 4 (JAZ = kWh/a Wärme : kWh/a Strom), was schon sehr effizient ist.
Grundsätzlich gilt: Je höher die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe, desto höher ist ihr Wirkungsgrad bzw. die Energieeffizienz. “Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass die Jahresarbeitszahl ein Richtwert ist, der ähnlich wie der Kraftstoffverbrauch des Autos von vielen individuellen Faktoren abhängig ist”, erläutert Gößwein. “So spielen beispielsweise die Bauweise und die Dämmung des Hauses, die geographische Lage, das Wetter und natürlich auch die Heizgewohnheiten der Hausbewohner eine Rolle.”
Unter Bauweise versteht man unter anderem die Wahl der Heizkörper. Flächenheizungen im Vergleich zu Radiatorenheizungen können mit geringeren Vorlauftemperaturen betrieben werden. So erhöht sich die Effizienz der Anlage. Den selben Effekt hat der Dämmungsgrad des Gebäudes. Je besser die Dämmung, desto niedriger kann die Vorlauftemperatur gewählt werden und desto effizienter arbeitet die Wärmepumpenheizungsanlage. Durch Absenkung der Vorlauftemperatur um 1°C sinken die Heizkosten um ca. 2,5 Prozent.
Die Jahresarbeitszahl ist auch wichtig, um Fördermittel von Bund, Bundesländern, Städten und Gemeinden sowie Energieversorgern zu bekommen. Die Basisförderung für den Einbau einer Wärmepumpe im Gebäudebestand beträgt derzeit bis zu 6.000 Euro. Die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung ist eine Jahresarbeitszahl von mindestens 4,3 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen, bei Luft/ Wasser-Wärmepumpen von mindestens 3,7.
