Von Natur aus warm

Kategorie [ Holz-Fertighäuser ]

Seit Jahrhunderten haben Menschen dem Ökosystem Wald Baumstämme entnommen, um daraus ihre Häuser zu bauen. Holz ist sowohl ein traditioneller als auch ein zeitgemäßes Baumaterial, weil es ökologisch und wirtschaftlich verwendbar ist. Der Trend zum Holzhaus geht jedenfalls steil nach oben.

Hochgedämmte Holzwände helfen beim Heizkosten-Sparen

Das steigende Interesse am Holzbau ist im Zeitalter eines geschärften ökologischen Bewusstseins auch nicht verwunderlich, denn die Ökobilanz von Holz ist aus mehreren Gründen hervorragend.
Während für die Produktion von Stahl, Aluminium, Kunststoff und anderen Materialien sehr viel Energie verbraucht wird, Abfallprodukte entstehen und Schadstoffe emittiert werden, wird die Holzfabrik Wald mit Sonnenenergie betrieben. Abfälle werden entweder verarbeitet oder gehen in den Kreislauf Natur zurück. Das Ökosystem wird seit etwa 200 Jahren nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet. Es wird nie mehr Holz aus dem Wald geholt als gleichzeitig wieder nachwächst. Die natürlichen Kreisläufe werden nicht außer Kraft gesetzt.
Die wachsende Beliebtheit hängt auch den wirtschaftlichen Bauweisen zusammen. Mit schlanken Holzwänden lassen sich bis zu zehn Prozent Wohnfläche gewinnen. Durch Vorfertigung in Montagehallen kann unabhängig von der Jahreszeit gebaut werden. Die Bauzeit ist kurz und deshalb kostengünstig. Ebenfalls ein interessanter Kostenfaktor: Eigenleistungen sind kein Problem.
Holz wird heute als Baustoff für viele Teile eines Hauses eingesetzt: Balkengerüst und Dachstuhl, Wände, Geschossdecken und Fassadenverkleidungen, Türen, Fenster und Balkone. Im Innenausbau werden Fußbodenbeläge, Decken- und Wandverkleidungen, Treppen und natürlich Möbel aus Massivholz gefertigt.
Ein gut gebautes Holzhaus kann 100 Jahre alt werden. Und vor allem: Holz altert schön statt schäbig zu werden. Es gibt in Deutschland aber durchaus mit heimischen Hölzern gebaute Häuser, die älter als 500 Jahre sind. Das Geheimnis ihrer Beständigkeit, das man heute wiederentdeckt, liegt bei der Konstruktion und der Verwendung des richtigen Holzes am richtigen Platz.
Holzhäuser sind praktisch von Natur aus Niedrigenergiehäuser. Holz ist ein warmer Baustoff. Es speichert zwar keine Wärme, leitet aber auch keine nach außen. Konstruktionsteile wie Platten und Balken sind gewissermaßen naturgedämmt, wie ein Vergleich zeigt: 10 cm Nadelholz entsprechen 65 cm Ziegelmauerwerk. Um Heizenergie zu sparen, muss ein Holzhaus dennoch gedämmt werden, wobei es in aller Regel genügt, eine Dämmschicht zwischen die Balken und die Beplankung zu packen.
Mit Holzhäusern lässt sich ohne viel Aufwand ein k-Wert von 0,2 W/m²K erreichen. In einem Holzhaus muss man weniger heizen als in einem gemauerten Haus. Zwei bis drei Grad weniger gegenüber einem Haus mit gemauerten Wänden lassen das gleiche Wärmegefühl entstehen.
Holz speichert (im Gegensatz zu Stein) keine Wärme bzw. Kälte. Daher müssen Räume in Holzhäusern nach der Absenkung der Temperatur bei Nacht nur kurz aufgeheizt werden, weil nur die Luft und nicht die Wand erwärmt werden muss. Eine kleine, schnell wirkende Heizung ist fürs Holzhaus besser als die träge Fußbodenheizung oder ein Grundofen.
So weit, so gut. Aber sind Holzhäuser nicht leichter brennbar? Ein immer noch weit verbreitetes Vorurteil, mit dem Prof.Dr.Ing. Glos vom Institut für Holzforschung aufräumt: “Holz brennt, aber es ist nicht leicht, ein großes Stück Holz zum Brennen zu bringen. Bei einem Brand in einem Wohnhaus geht die größte Gefahr für die Bewohner in der Regel von der Wohnungsausstattung und -einrichtung aus. Von ihr hängt ab, wie schnell ein Brand sich ausbreitet und in welchem Umfang giftige Gase und Pyrolyseprodukte freigesetzt werden. Wobei die Statistik belegt, dass im Brandfall die Vergiftungs- und Erstickungsgefahr ungleich höher ist als eine Gefährdung durch das Feuer an sich.
Holzbauteile wie Wände und Decken haben bei üblicher Ausbildung eine so hohe Feuerwiderstandsdauer, dass davon normalerweise keine zusätzliche Brandgefährdung ausgeht. Das Brandrisiko in Holzhäusern ist daher nicht höher als in Häusern aus nicht brennbaren Baustoffen. Weil in Holzhäusern auch der Innenausbau eher aus Holz und anderen natürlichen Materialien erfolgt, dürfte das Risiko des Entstehens giftiger Gase hier sogar geringer einzustufen sein”.