Verlängerter Arm der Polizei

Kategorie [ Einbruchschutz ]

Errichterbetriebe übernehmen technische Fachberatung in Sachen Einbruchschutz

Die Landespolizei Schleswig-Holstein hat sich zum Ziel gesetzt, durch eine kooperierende und verantwortliche Einbindung von qualifizierten Fachbetrieben (Facherrichtern) eine möglichst flächendeckende und qualitativ hochwertige Beratung beim Einbruchschutz sicherzustellen.

“Das beste Produkt nützt gar nichts, wenn es falsch angebracht ist. Dafür benötigt man unabdingbar den Facherrichter”, betont Kay Katzenmeier, sicherungstechnischer Fachberater der Polizei. “Die Hälfte der Sicherungsmaßnahmen sind falsch eingebaut”, weiß er aus dem polizeilichen Alltag und nennt die aktuellen Statistikzahlen. Seit 2004 ist ein konstanter Anstieg zu verzeichnen. In Schleswig-Holstein gab es im Vorjahr 6.207 Einbrüche in Wohnräume plus 3.024 Einbrüche in Waschküchen, Boden und Keller. Allein die Anzahlt der Tageswohnungseinbrüche stieg um zehn Prozent auf 1.981.
Um ein Höchstmaß an Sicherheit zu gewährleisten, werden Tischlereien, Metall-, Glas- und Rollladenbauer im regelmäßigen Turnus von der Polizei und über die Qualitätsgemeinschaft Sicherungstechnik Nord (QSN) in Sachen mechanische Sicherungseinrichtungen fortgebildet. Gleiches gilt für VdS-zertifizierte Elektrobetriebe im Bereich Überfall- und Einbruchmeldeanlagen. “Erst wenn ein Betrieb die Qualifizierung erreicht hat, bekommt er eine Urkunde und wird in unseren Empfehlungskatalog aufgenommen”, so Kay Katzenmeier.
Verbraucher haben dadurch die Auswahl unter mehreren zuverlässigen und vertrauenswürdigen Betriebe aus den Regionen. Die polizeilich anerkannten Errichterbetriebe können nicht nur die richtigen und sinnvollen einbruchhemmenden Produkte vorstellen, sondern auch einen qualifizierten Einbau von Sicherungseinrichtungen auf Grundlage der polizeilichen Vorbeugungsprogrammen vornehmen.
Die Errichterunternehmen von mechanischen Sicherungseinrichtungen haben sich verpflichtet, die Einbauvorschriften der Hersteller sowie die geltenden einschlägigen Vorschriften und Normen zu beachten und eine fachgerechte Montage durch eigene Fachkräfte vorzunehmen.
Die Facherrichter von Überfall- und Einbruchmeldeanlagen haben qualifiziertes Fachpersonal, um Alarmanlagen nach den anerkannten Regeln der Technik zu planen, zu installieren, instandzuhalten und zu warten. Ferner bieten sie einen ständigen Wartungs- und Instandhaltungsdienst.
“Parallel zur Fortbildung – und das ist einmalig in Schleswig-Holstein – nehmen die Fachfirmen an einem Seminar teil, bei dem es um die Beratungspraxis der Polizei geht”, so Kay Katzenmeier, “damit sie nicht nur das rein Technische umsetzten können, sondern auch das polizeilich Wichtige. Es geht darum, wie die Täter handeln und wie die polizeiliche Empfehlungspraxis aussieht.”
Die Polizei rät dazu, sicherungstechnische Einrichtungen nicht an der Haustür oder im Versandhandel zu kaufen. Bei allen Sicherheitsüberlegungen ist dem mechanischen Grundschutz Vorrang einzuräumen. Einbruchmeldeanlagen dienen als Ergänzung und sollten nur von qualifizierten Fachunternehmen projektiert werden.
Weiterführende Informationsbroschüren sind bei der Polizei erhältlich, den Facherrichtern sowie auch bei den Verbraucherzentralen. Sicherungstechnische Hinweise stehen auf der Homepage www.polizei.schleswig-holstein.de im Bereich Kriminalitätsvorbeugung, Thema Einbruchschutz.

Sollten Ihnen erhebliche Mängel an ausgeführten mechanischen oder elektronischen Sicherungsmaßnahmen bekannt werden, die zu einer Beeinträchtigung der Schutzwirkung führen oder zu einer Überwindung des Einbruchschutzes geführt haben, ist grundsätzlich die Clearing-Stelle (Qualitätsmanagement) zu verständigen. Qualitätssicherung und Beschwerdemanagement werden vom Landeskriminalamt in Verbindung mit den Handwerkskammern und den Fach-Innungen durchgeführt.
Es wird empfohlen, Kostenvoranschläge von verschiedenen Errichterfirmen einzuholen. Die qualifizierten Errichterbetriebe dieses Empfehlungskataloges haben sich zur Abgabe schriftlicher, verbindlicher und hinreichend bestimmter Angebote verpflichtet.
Die polizeilich anerkannten Facherrichter gewährleisten eine kostenfreie Grundberatung im Sinne der polizeilichen Vorbeugungsprogramme.
In dem vom Landespolizeiamt Schleswig-Holstein herausgegebenen und im Internet ständig aktualisierten Adressennachweis von Errichterunternehmen für mechanische Sicherungseinrichtungen und für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen finden Sie Ihren örtlichen Ansprechpartner für spezielle sicherungstechnische Fachfragen.

Adressennachweis von Errichterunternehmen für mechanische Sicherungseinrichtungen und für Überfall- und Einbruchmeldeanlagen findet man auf der Homepage www.polizei.schleswig-holstein.de.