Unmittelbar erlebbare Materialien
Das Gebäude bietet 35 Betreuungsplätze in vier Gruppen für Kinder unter drei Jahren. Im Entwurf wurden die Erfahrungen der Reggio-Pädagogik berücksichtigt und darüber hinaus Pädagogen und Kinder in den Entwurfsprozess miteinbezogen.
Ökologische Baumaterialien, Zentralstaubsauger, Wandstrahlheizung und Lehmputz schaffen durch Strahlungswärme und reduzierte Staubentwicklung ein gesundes Raumklima. Eine Wärmepumpe liefert die gesamte Heizenergie und wird durch Photovoltaik ergänzt. Grasdächer auf allen Gebäudeteilen halten Regenwasser zurück und verbessern ebenfalls das Mikroklima und die Ökobilanz.
Die Konstruktion ist als Holzrahmenbau ausgeführt. Fußböden, Decken und Wände sind mit Zellulose ausgeblasen. Traditionelle Baumaterialien wie Lehm und Holz, werden mit zeitgemäßen Materialien wie Glas und Stahl kombiniert.
“Das Objekt setzt sich aus drei Gebäudeteilen mit bespielbarem Dachgarten und Lichthof zusammen”, erklärt Architekt Björn C. Siemsen. “Von außen gesehen zeigt sich der Eingangsbau mit Versorgungsräumen und großem Saal farblich betont und leicht gekippt.” Dazu bildet der eigentliche Aufenthaltsbereich der Kinder mit Gruppen-, Ruhe- und Wickelräumen durch seine plastische, greifbare Fassade aus Haselnussgeflecht einen deutlich sichtbaren Kontrast.
Im Inneren lässt der Lichthof das “Wetter” herein und stellt die Verbindung zwischen den Gebäudeteilen her. Eschedielen und natürliche Holzoberflächen von Türen und Fensterelemente prägen die Räume. Als Trennwände dienen Regale mit verglaster Rückseite, die viel Aufstellungsfläche bieten und gleichzeitig Blickbeziehungen zwischen den Räumen erlauben.
Die Materialien sind so verarbeitet und sichtbar eingesetzt, dass sie für die Nutzer des Gebäudes, insbesondere für die Kinder, unmittelbar erlebbar sind. Der ständige Kontakt mit Lehm, Holz und anderen natürlichen Oberflächen, ökologische Heizung und Photovoltaik führen zu einer Selbstverständlichkeit, die den zukünftigen Anspruch der jetzigen Nutzer an andere Gebäude nachhaltig erhöhen dürfte.
Eine große Piazza mit Lichthof bietet Platz für gemeinsame Mahlzeiten und Aktionen. Die Gruppenräume bieten viel Licht und sind differenziert in offene und geschlossene Bereiche. Angegliedert sind jeweils eigene Ruheräume und Bäder. Durchblicke zwischen den einzelnen Räumen ermöglichen Blickkontakte. Fensterbrüstungen und Riegel entsprechen den Körpergrößen der kleinen Nutzer. Ein Dachgarten eröffnet den Kindern der oberen Gruppe zusätzlichen Außenspielraum.
Dipl.-Ing. Architekt Björn C. Siemsen
Königsweg 56/ 58
24114 Kiel
Telefon 0431/ 67 017 93
www.bjoernsiemsen.de