Tabuzone für den Laien

Kategorie [ Dachausbau ]

Jedes Wochenende – von Freitagnachmittag bis Samstagabend – gleichen sich die Bilder: In Deutschland herrscht Bau-Boom. Allerdings gilt dies wohl eher für die Heimwerker-Branche.

Warum Heimwerker nicht aufs Dach steigen sollten

Ausgerüstet mit guten Tipps und Material vom Baumarkt machen sich jedes Wochenende Häuslebauer und Hausbesitzer an die Heimarbeit.
Was sie nicht wissen: Die Gefahr, Schäden durch unfachmännische Arbeit zu verursachen, ist um ein Vielfaches größer als die Chance, mit dem Do-it-Yourself wirklich Geld zu sparen. Ganz abgesehen von dem Unfallrisiko, das sie dabei eingehen.
Hier einige Beispiele: Wer sich fragt, wozu denn Fachkenntnisse beim Verlegen von Ziegeln und Pfannen notwendig seien, muss sich nicht wundern, wenn nach dem ersten Sturm der Sachverständige der Gebäudeversicherung nach der Sturmverklammerung fragt – und die Versicherung die Schadensregulierung ablehnt.
Auch wenn die Werbung einen kinderleichten Einbau von Dachfenstern verspricht: Die Tücke liegt im Detail. Nur wer die Fachregeln des Dachdeckerhandwerks kennt, weiß auch, wie Dämmung und Sperren zuverlässig an den Einbaurahmen anschließen. Richtig gefährlich wird es, wenn zum Einbau des Fensters ein Sparren durchtrennt und ein Wechsel eingebracht werden muss. Dies stellt einen Eingriff in die Statik der tragenden Dachkonstruktion dar. Und wehe, hier sind Laien am Werk.
Wer sich zutraut, die Wärmedämmung in Eigenleistung einzubauen, muss über hohe Heizkosten ebenso wenig erstaunt sein wie über Wärmebrücken, die sich im Winter auf der Dachfläche abzeichnen, über Kondenswasserbildung, die oft erst nach Jahren Stockflecken erzeugt und über unerträglich hohe Temperaturen, die im Sommer die Dachwohnung fast unbewohnbar machen.
Akute Gesundheitsgefahr besteht nicht nur durch fehlende oder mangelhafte Gerüste, bei denen meist auch die vorgeschriebene Absturzsicherung fehlt. Werden asbesthaltige Faserzement-Eindeckungen entfernt, ist hier sogar ein entsprechender Befähigungsnachweis gefordert. Darüber hinaus besteht Anzeige- bzw. Genehmigungspflicht, und Schutzkleidung ist außerdem vorgeschrieben.
Doch schon das Betreten solcher weichen Eindeckungen erfordert spezielle Laufbohlen, über die wohl kein Heimwerker verfügt.
Ob Heimwerker, Nachbarschaftshilfe oder vermeintlicher Billig-Anbieter an der Haustüre: Wenn es um das Dach geht, so die Empfehlung der Dachdecker-Innung, sollte die Ausführung der Arbeiten ausschließlich erfahrenen Fachbetrieben überlassen werden. Anschriften solcher Betriebe gibt es im Internet unter www.dachdecker-innung-hamburg.de oder www.dachdecker-sh.de.