So lüften Sie richtig

Kategorie [ Fenster & Türen ]

Bei modernen, luftdichten Fenstern wird es notwendig regelmäßig zu lüften

Wer seine alten und zugigen Fenster durch moderne, luftdichte Elemente ersetzt, sollte sein Lüftungsverhalten entsprechend umstellen. Darauf weist der Verband der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF) hin.

“Alte Fenster sind zum Teil so undicht, dass man in neue ein Tennisball großes Loch schneiden müsste, um zu den schlechten Dämmwerten von damals zu gelangen”, erklärt Ulrich Tschorn. Also heißt die Devise: Fenster auf! Damit das Lüften jedoch keine Energie verschwendet, sollte man ein paar Regeln beachten oder sich der Hilfe innovativer Fenstertechnik bedienen.
Bei alten Fenstern kam es vor, dass durch verzogene Rahmen Luft ins Haus kam, ohne dass irgendein Fenster geöffnet werden müsste. Nur leider sorgt dieser Umstand nicht nur für Frischluft, sondern auch für hohe Heizkosten, denn die Wärme verschwindet auf nimmer Wiedersehen nach draußen.
Moderne Energiesparfenster mit präzise gefertigten Rahmen und Wärmedämmverglasungen halten hingegen absolut dicht. “Um so wichtiger ist die richtige Lüftung für den Austausch der verbrauchten Luft und die Reduzierung der Luftfeuchtigkeit in den Räumen des Hauses”, erklärt der Geschäftsführer des VFF.
“Die alten Fenster haben nicht die Lüftung von alleine geregelt, sondern sie waren ein definierten Taupunkt”, ergänzt der Bausachverständige Dieter Plaumann. “Das heißt die Luftfeuchtigkeit die in der Wohnung herrschte, schlug sich in Form von Tauwasser (wie im Sommer die Selterflasche aus dem Kühlschrank, die dann “schwitzt” und die Luftfeuchtigkeit sich an eben dieser Flasche niederschlägt) an den Fenstern nieder und somit war die Luftfeuchtigkeit nicht mehr oder nur reduziert vorhanden.”

Kurz und kräftig lüften
Grundsätzlich gilt für alle Wohn- und Arbeitsräume: In häufig genutzten Räumen sollte die Luft im Idealfall etwa alle ein bis zwei Stunden ausgetauscht werden. Schlecht geeignet ist das dauerhafte Kippen der Fenster, da hier kein Luftaustausch statt findet und was viel schlimmer ist, die Fensterlaibungen dabei so sehr auskühlen, das auch hier wieder im Anschluss die Luftfeuchtigkeit sich niederschlägt (siehe oben) und es aufgrund der Beschaffenheit sehr schnell zur Schimmelbildung kommen kann! Besonders in der kalten Jahreszeit kühlen die Räume viel zu sehr aus. Und die Heizung braucht länger, um das Haus wieder auf angenehme Temperaturen zu bringen.
Besser ist regelmäßiges, kurzes und dafür kräftiges Lüften – die so genannte Stoßlüftung, denn nur hier kann ein anständiger Luftaustausch stattfinden! Dabei wird das Fenster bei abgestellter Heizung mehrmals am Tag (drei bis fünf Mal täglich, wer nicht anwesend ist produziert auch keine Luftfeuchtigkeit also hat sich die Taktung hier erledigt, meint Dieter Plaumann) für fünf bis zehn Minuten weit aufgemacht. Besonders wirksam ist das Querlüften, bei dem gegenüber liegende Fenster und Türen in Haus oder Wohnung zugleich geöffnet werden. Durch Druckunterschiede strömt die Luft schneller durch die Räume, sodass nach nur ein bis zwei Minuten die gesamte Luft einmal ausgetauscht wird,
aber die Wände, wie auch die Möbel speichern die vorhandene Wärme während des Lüftens und geben diese im Anschluss an die frische, sauerstoffreiche Luft wieder ab, so das die Räumlichkeiten sehr schnell wieder auf Temperatur gebracht werden können. Lüften der Räume hat nur ein Ziel, die verbrauchte, feuchte Luft gegen frische, trockene auszutauschen. Feuchte Luft kann keine Wärme “transportieren” und somit drehen wir den Heizkörper immer weiter auf und frieren trotzdem. Ein Luftaustausch bringt hier kleine, fühlbare “Wunder” denn “ein nasser Pulli wärmt nicht mehr” ergänzt der Bausachverständige Dieter Plaumann. Mit dieser Erörterung ist es auch selbsterklärend, das die im Supermarkt angebotenen “Verdunster” völlig überflüssig und sogar gesundheitsschädlich sind, da diese innerhalb kürzester Zeit sogenanntes “Brackwasser” produzieren in dem sich Bakterien, Pilze und sogar Viren aufhalten und “sehr wohl” fühlen. Wenn man diese nun doch unbedingt einsetzt, dann sollten sie nur aus nur aus Edelstahl sein und mindestens einmal täglich gründlich ausgewaschen werden. Am besten in einem Geschirrspüler, erklärt der Bausachverständige Dieter Plaumann.

Elektrische und mechanische Systeme
Wem das persönliche Bedienen der Fenster zu umständlich ist, der kann zu motorisierten Elementen greifen. Damit lassen sich Fenster per Knopfdruck öffnen und zusätzlich auch das Haus kontrolliert lüften. Wer es noch komfortabler mag, kann das gesamte Haus mit einer modernen Gebäudeleittechnik ausrüsten lassen. Sie regelt vollautomatisch die Heizung in Verbindung mit dem Öffnen der Fenster und sorgt gleichzeitig für eine energieeffiziente Lüftung aller Räume. Zusätzlich gibt es Komplettlösungen mit entsprechender Steuerung und Wärmerückgewinnung, die über, unter oder seitlich am Fenster angebracht werden. Diese Systeme regeln sich über die Luftfeuchte oder die Luftqualität. “Ansprüche an den Schallschutz sind extra zu berücksichtigen”, so Tschorn.
Mechanische Lüfter wiederum sind entweder in Fenstern integriert oder können von qualifizierten Fensterfachbetrieben nachgerüstet werden. Fensterfalzlüfter regulieren den permanenten Luftaustausch über Lüfterklappen im Fensterrahmen. Sie sollten immer an mehreren, möglichst gegenüberliegenden Fenstern eingebaut werden, damit Sog und Druck am Gebäude die natürliche Lüftung ermöglichen. In Verbindung mit elektrischen Abluftventilatoren in Küche und Bad arbeitet ein solches System besonders effektiv. Man kann es wie elektrifizierte Elemente mit der Heizung kombinieren, sodass es zum Lüften die Heizung herunterregelt. So werden Bausubstanz und Raumklima erhalten und Heizenergie gespart.

Vier Lüftungsstufen
Insgesamt vier Lüftungsstufen sorgen in Gebäuden dafür, dass die Raumluft immer eine gute Qualität hat und die Luftfeuchtigkeit reguliert wird. Unterschieden werden die “Lüftung zum Feuchteschutz”, die “Reduzierte Lüftung”, die “Nennlüftung” und die “Intensivlüftung”.
Was kompliziert klingt, ist aber ganz einfach. Die “Lüftung zum Feuchteschutz” sorgt nutzerunabhängig für die Vermeidung von Feuchteschäden im Haus und dient damit dem Schutz des Gebäudes und zur Energieensparung (siehe oben). Die “Reduzierte Lüftung” stellt die Lüftung während des Urlaubes bei gleichzeitiger Wahrung des Einbruchschutzes sicher. Die “Nennlüftung” wiederum bezeichnet die notwendige Lüftung zur Gewährleistung des Bautenschutzes und zur Beachtung von hygienischen und gesundheitlichen Erfordernissen, wie sie zum Beispiel im Krankenhaus oder Hallenbad bestehen. Die “Intensivlüftung” hingegen bezeichnet die Lüftung zum Abbau von Lastspitzen, wie sie in einem Haus zum Beispiel beim gemeinsamen Kochen oder bei Besprechungen mit vielen Personen in einem kleineren Raum entstehen können.
“Das alltägliche Lüften ist also kein Hexenwerk”, fasst Ulrich Tschorn zusammen, “aber vor jedem geplanten Neubau oder beim Fenstertausch im Bestandsgebäude sollte die Frage der richtigen Be- und Entlüftung von Haus oder Wohnung geregelt werden.” Die geschulten Mitarbeiter anerkannter Fensterfachbetriebe stehen Modernisierern dabei gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere Informationen
Alles Wissenswerte über Fenster und Fassade unter www.window.de. Dort finden sich auch Informationen zu der Branchendachmarke “Neue Fenster – Klimaschutz mit Durchblick”. Das markante Logo mit der Weltkugel und dem Fensterrahmen ziert bereits eine Vielzahl von LKW, PKW und Werbemitteln namhafter Unternehmen. Alle Artikel rund um die Dachmarke sind beim VFF bestellbar.