Schöne Aussichten fürs Alter
Individuelles Stadthaus, das man mit kleinen Änderungen fürs Alter umfunktionieren kann
Inmitten von Stadthäusern entstand ein frei stehendes Privathaus mit Einliegerwohnung. Besonderen Wert legte der Bauherr auf vorausschauende Planung. Er wollte von vornherein sicherstellen, dass er in und mit seinem Haus alt werden kann.
In allen Wohnbereichen wurden hochwertige, langlebige Materialien eingesetzt. Grauer Basaltina-Naturstein für Boden und Wandbeläge, Echtholzparkett aus Hartholz und maßgefertigte Holzeinbauten sind auf Dauer angelegt. Witterungsbeständige Aluminiumfenster unterstreichen die elegante Anmutung des Innenausbaus.
Um den Wünschen des Bauherren nach einem alterstauglichen Wohnsitz gerecht zu werden, wurde das ganze Gebäude behindertenfreundlich geplant. Ein Aufzug mit sechs Haltestellen verbindet die einzelnen Etagen vom Keller bis zum Staffelgeschoss. Bei der Installation wurde bereits die Möglichkeit einer späteren geschossweisen Trennung eingeplant.
Die Geschossgrundrisse sind so flexibel gehalten, dass das Gebäude durch minimale Einbauten unterschiedlichen Lebensumständen und Anforderungen angepasst werden kann. So lässt sich das großzügige Einfamilienhaus ohne großen Aufwand in ein funktionstüchtiges, behindertenfreundliches Mehrparteienhaus umfunktionieren.
Der Aufzug, schwellenlose Türen in rollstuhltauglicher Breite und großzügig bemessene Verkehrswege sorgen für ungehinderte Zugangsmöglichkeiten zu den (potenziellen) einzelnen Wohneinheiten und garantieren Rollstuhlfahrern freie Bewegungsmöglichkeit.
Besondere Anforderungen stellte der barrierefreie Anspruch an die Gestaltung der Sanitärräume. In den großzügig bemessenen, ebenerdigen Duschbereichen kommt echtes Brausevergnügen auf. Für die nötige Sicherheit sorgen – bei Bedarf – stabile Haltegriffe. Die Vorrichtung zu ihrer Anbringung ist bereits vorgesehen.
Der nur 165 mm hohe Waschtisch ist ein mit dem Rollstuhl unterfahrbares Modell, das den hohen Ansprüchen an klares, geradliniges Design entspricht. Das Modell Vero kommt hier sowohl in Hängeversion als auch als Aufsatzbecken zum Einsatz.
Als WC wählten die Architekten aus der Serie Architec das Wand-WC für Rollstuhlbenutzer, das mit 70 cm Ausladung gemäß DIN 18024 barrierefrei ist.
Bei aller Funktionalität wurde in den Sanitärräumen größter Wert darauf gelegt, jeden Eindruck von steriler Reha-Atmosphäre zu vermeiden. Der durchgängige Einsatz der gleichen Materialien wie im Wohnbereich vermittelt auch optisch den Eindruck von fließenden Übergängen. Eigens angefertigte Einbaumöbel aus Holz erzeugen Wohlfühlatmosphäre.
Besonders großzügig wird das feuchtigkeitsresistente Hartholz im Wohnbad im Penthouse verarbeitet: als Bodenbelag, Wand- und Wannenverkleidung.
Hier kann man sich in der komfortablen Einbauwanne der Serie Starck, die zusätzlich mit Whirlsystem und Nackenkissen ausgestattet ist, verwöhnen lassen, während man den Blick durch das eingebaute Sichtfenster über den Wohnbereich hinweg ins Freie schweifen lässt.
Auf der Berliner Halbinsel Alt-Stralau realisierte das Architektenbüro Clarke & Kuhn ein – im wahrsten Sinne des Wortes – aussichtsreiches Bauprojekt.
Entstanden ist eine individuelle Architektur mit hohem städtebaulichem Anspruch. Der klare Kubus aus vier Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss erfüllt alle strengen städtebaulichen Vorgaben. Er greift Gestaltungselemente der benachbarten Wohnblöcke auf und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Während der Massivbau zur Straße und den Nachbargrundstücken eher verschlossen wirkt, öffnet sich die Fassade nach Süden hin und gibt den ungehinderten Blick aufs Wasser frei. Rücksprünge und Einschnitte im Bauvolumen schaffen Platz für Eingänge, Loggien und Terrassen und erzeugen optische Spannung.
Als diffusionsoffenes Niedrigenergiehaus wird das Haus dem Nachhaltigkeitsgedanken gerecht. Es wurde mit Perlite gefüllten Porotonstein gebaut. Niedrige Bau- und Betriebskosten sowie die Verwendung von wiederverwendbaren und nachwachsenden Materialien unterstreichen den ökologischen Anspruch.
Eine Fußbodenheizung auf der Basis von Gasbrennwerttechnik sorgt für Wärme, die Warmwasserbereitung für das gesamte Gebäude – inklusive des Schwimmbades im Erdgeschoss – erfolgt über eine Solaranlage auf dem Dach.