Qualität + Qualität = Qualität
Am Deich in den Viermarschlanden (südöstlich von Hamburg) wurde 2011 in nur elf Wochen zzgl. Eigenleistung ein Passivhaus errichtet. Es ist flach gegründet, hat Erdgeschoss, Ober- und Dachgeschoss, acht Zimmer, eine Küche und drei Bäder.
Eine Fassade aus Furnierschichtholz- und knallroten Schichtpressstoffplatten, die Wellplattendachdeckung sowie die südlich vorgestellte Balkonkonstruktion machen aus diesem Eigenheim ein ganz besonderes Stück Architektur – die Bauherrschaft ist mächtig stolz auf ihr neues Heim.
Auf einer Stahlbetonsohle wurde die Hülle in Holzständerbauweise in nur wenigen Tagen aufgestellt und die dreifach verglasten, wärmegedämmten Kunststofffenster mit dem Sonnenschutz eingebaut, sodass sofort mit dem Innenausbau begonnen werden konnte.
Ein Passivhaus benötigt fast keine Heizung. Die geringe Restwärme wird von einer außen aufgestellten Luft-Wasser-Wärmepumpe über die Lüftungsanlage verteilt, die angesaugte Luft zusätzlich über einen Erdreichwärmetauscher vorgewärmt.
Aber duschen wollen alle Menschen gleich viel, egal ob sie in einem kalten, zugigen Altbau oder diesem warmen, kuscheligen Passivhaus wohnen. Die Wärme hierfür wird über eine Solarthermieanlage und die Wärmepumpe bereitgestellt.
“Ein ganz normaler Neubau mit extrem hohem Wohnkomfort? Ja, das ist so! Nur eines ist anders als bei früheren herkömmlichen Bauten: die Vorgeschichte. Die aufwändige, qualitativ hochwertige Planung begann bereits ein Jahr zuvor”, so Architekt Hans-Jörg Peter von HH-Energieberatung. “Als zertifizierter Passivhausplaner habe ich meine Bauherrschaft von vornherein auf eine intensive Zusammenarbeit eingestimmt – leider verlieren andere Bauherren in dieser Phase manchmal die Nerven.”
Neben dem individuell auf die Bauherrschaft passenden und auf die städtebauliche Situation reagierenden Entwurf, musste ein für ein Passivhaus passendes Konzept entwickelt werden: Kompaktheit, Orientierung, Verschattung, Raumgefüge, Verhältnis Raumvolumen-Wohnfläche, etc.
Gleichzeitig ist Wärmebrückenfreiheit oberstes Gebot. Alle Details wurden im Maßstab 1:10 entwickelt und immer wieder mit dem Entwurf abgeglichen, alle Wärmebrücken simuliert und bemessen.
Das sogenannte PassivHaus-Projektierungs-Paket (PHPP), eine komplizierte Berechnung der Energiebilanz, wurde nach dem 4 Augen-Prinzip mit dem Qualitätssicherer immer wieder in Frage gestellt und überarbeitet, diverse Förderungen beantragt und nach Fertigstellung des Baus abgerechnet. Alle Leistungen wurden detailliert ausgeschrieben, um für alle Gewerke qualifizierte, leistungsfähige und flexible Firmen zu einem fairen Preis zu finden.
“Qualität der Planung plus Qualität der Ausführung ergibt die Qualität des Hauses”, fasst Hans-Jörg Peter die Formel zusammen. „Wer bereit ist für diesen Qualitätsanspruch, bekommt einen Wohnkomfort, der nicht zu überbieten ist.“