Prima Klima im Glashaus

Kategorie [ Wintergarten ]

WintergartenDamit der gläserne Wohntraum im Winter nicht zur Energieschleuder und im Sommer nicht zum Treibhaus wird, ist gute Planung notwendig.

Wintergarten als Wohnraum-Erweiterung sollte sorgfältig geplant sein

Wintergärten bieten ein besonderes Wohnerlebnis und gleichzeitig die Möglichkeit, wärmende Sonnenstrahlen zur Verminderung des Heizwärmeverbrauchs von Gebäuden zu nutzen – eine klimatische Pufferzone zwischen drinnen und draußen. Gleichzeitig sind sie eine attraktive Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Zu Planungsbeginn sollte eine Voranfrage beim örtlichen Bauamt klären, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist, worauf beim Bau selbst zu achten ist und welche Auflagen zu erfüllen sind. Diese variieren nach Bundesland, denn Baurecht ist Ländersache.
Ein Wintergarten ist ein komplexes System. Die thermische Wirkung beruht auf seiner Verglasung – je größer die Fläche des Glases, umso mehr wärmende Sonnenenergie kann eingefangen werden. In Wandflächen mit hoher Sonneneinstrahlung sollte deshalb Glas mit einem relativ hohen g-Wert zum Einsatz kommen, denn das macht solare Energiegewinne möglich.
Gleichzeitig muss es verhindern, dass der Wintergarten in der kalten Jahreszeit auskühlt und zu viel Wärme nach außen abgibt. Darum ist unbedingt auch ein hoher Ug-Wert (Wärmedämmwert) der Verglasung wichtig.
Eine besonders effektive Wärmedämmung bei gleichzeitig hohem solaren Energieeintrag bietet Dreifach-Wärmedämmglas. Die wärmende Sonnenstrahlung passiert das Glas relativ ungehindert, was zu solaren Energiegewinnen führt. Der “Rückweg” für die Wärme ist aber versperrt, Durch den Einsatz spezieller Wärmefunktionsschichten im Dreischeiben-Aufbau wird nicht mehr Raumwärme abgegeben als durch übliches Mauerwerk. Die Temperatur auf der raumseitigen Scheibe bleibt selbst in der Kälte des Winters nahe der Innentemperatur.
Für die Dachverglasung des Wintergartens eignen sich Sonnenschutz- oder Klimagläser, die eine Aufheizung übers Dach reduziert. Während langwelliges Sonnenlicht reflektiert wird, passiert kurzwelliges Tageslicht die Schicht relativ ungehindert. Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei 71 Prozent. Trotz tagheller Räume bleibt sommerliche Hitze deshalb weitgehend draußen. An kalten Tagen schützt das Glas durch seinen Wärmedämmwert vor Auskühlung.
Die Heizenergie-Einsparung im Winter hängt zudem von der korrekten Einbindung des Wintergartens in das Gebäudevolumen und von der Belüftung der dahinter liegenden Räume ab. Die Gebäudeorientierung spielt eine untergeordnete Rolle. Einfallende Sonnenstrahlen werden vom Fußboden und den Wänden absorbiert und in Wärme umgesetzt. Dieser Wärmegewinn kann im Wintergarten selbst genutzt werden oder fließt als erwärmte Luft in die angrenzenden Räume. Als Bodenbelag empfehlen sich Beläge, die Wärme besonders gut speichern können.
Im Idealfall soll ein Wintergarten als dem Gebäude vorgelagerte “Pufferzone” zwischen Raum- und Außenklima funktionieren und zu jeder Jahreszeit über ein mittleres Temperaturniveau verfügen. Durch den Wintergarten werden zur kalten Jahreszeit die Wärmeverluste der angrenzenden Räume verringert, da er Wärme durch die Strahlen der Sonne gewinnt. An heißen Sommertagen würde die Konstruktion als Glaskubus ohne intelligentes Lüftungskonzept zwangsläufig zu Sauna-Temperaturen führen. Hier helfen Querbelüftungen: Die unten einströmende Luft erwärmt sich, steigt auf und wird durch Dachöffnungen wieder nach außen abgegeben. Diese Entlüftung übernehmen Zuluftöffnungen unten und Dachschiebesysteme oder Dachklappen als Abluftöffnungen oben. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Die Öffnungsfläche im Dach sollte groß genug sein, um zugfrei bis zu 50-fache Luftwechsel pro Stunde zu ermöglichen.
Ebenso wichtig wie die Führung der Wärmeströme ist eine durchdachte Beschattung. Hier gibt es viele Lösungen: Jalousien oder Rollos helfen bei starker Sonneneinstrahlung, die Behaglichkeit zu erhöhen. Deutlich effektiver sind äußere Sonnenschutzmaßnahmen, da sie die Sonnenstrahlen erst gar nicht durch das Glas in den Raum eindringen lassen. Ideale Voraussetzung für ein gutes Klima im Wintergarten sind Laubbäume in unmittelbarer Nähe. Ihr dichtes Blattwerk spendet im Sommer ausreichend Schatten und somit Kühlung. Nach dem Laubabfall im Herbst gelangt die Sonnenwärme ungehindert hinein.

Hoher Energieeintrag und hohe Wärmedämmung von Dreifach-Wärmedämmglas ermöglichen im Winter solare Energiegewinne. Das spart Heizkosten. Klimaglas schützt bei hochstehender Sommersonne vor Überhitzung.

Viel Tageslicht und Nähe zur Natur – intelligent konstruierte Wintergärten bieten ein besonderes Wohnerlebnis zu jeder Jahreszeit.