Offen nach Süden, geschlossen nach Norden
Das freistehende Einfamilienhaus in Eckernförde hat eine Energiebezugsfläche von 144 m² und wurde konsequent nach den Grundsätzen des solaren Bauens entworfen.
Die besondere Gebäudeform ermöglichte die Nord-Süd-Ausrichtung. Eine großflächige Verglasung lässt die Sonnenstrahlen im Süden tief in den Wohnbereich eindringen, während die Nordseite des Hauses nur kleine Fensteröffnungen in einer hochwärmegedämmten Vormauerschale aufweist.
So kann im Zusammenspiel mit einer kontrollierten Belüftungs- und Entlüftungsanlage auf jegliche aktive Heizung verzichtet werden. Das Haus hat Passivhausstandard und wurde als solches vom Passivhaus Institut Darmstadt zertifiziert – als erstes in Schleswig-Holstein.
Konsequenterweise sind auch Systeme zur Regenwassernutzung, ein Erdwärmetauscher für die Frischluftversorgung und Photovoltaik zur Erzeugung elektrischen Stromes eingesetzt worden.
Das Haus ist in Holzständerbauweise errichtet worden. Hierbei konnten große Dämmstärken einfach realisiert werden und Wärmebrücken vermieden werden.
Die Außenwand hat auf der Südseite eine Holzschalung und auf der Nordseite eine
Verblendschale aus Vormauerziegeln.
Der Fußboden wird von einem Balkenrost getragen, der auf Beton-Bohrpfählen liegt. Über dem Balkenrost befinden sich die Dämmung und eine Sterlingplatte. Anschließend wurde der vom Eigentümer gewählte Belag eingebaut. Die Innenwände aus Holzständerwerk sind beidseitig mit Gipskartonplatten verkleidet.
Die Nordseite des Satteldaches ist begrünt und hat eine Neigung von 20°. Auf der Südseite unterstützen Sonnenkollektoren die Warmwasserproduktion; hier hat das Dach eine Neigung von 30°.
Fenster sind Warmfenster mit ausgeschäumten Kunststoffprofilen der Serie 0,5 der Firma Eurotec. Dreifachverglasungen der Fenster mit einem U-Wert von 0,7 W/(m²/K) verhindern Wärmeverluste und lassen Energieeinträge der Sonne zu. Im Süden hat das Haus eine Fensterfläche von 36 m².
Die kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, Fabrikat Paul hat einen Wirkungsgrad von 0,98 und wird mit Gleichstrom betrieben. Das Nachheizregister der Lüftungsanlage und der ergänzende Wärmebedarf für die Warmwasserproduktion werden durch Nahwärme aus Biomasse (Heizkraftwerk Domsland, erzeugt Wärme mit Holzschnitzeln aus Knickpflege) CO2-neutral versorgt. Der Heizenergiebedarf liegt bei 14,9 kWh/(m²a).