Ökologisches Wohnen in Westerstede
Das Grundstück liegt in der Ortsrandlage mit einem unverbaubaren Blick Richtung Süden und weitem Blick in eine Grünfläche. Die ansprechende Südfassade des 2006 gebauten Einfamilienhauses besticht bereits von Weitem durch seine gefällige Lage und das Design.
Das Haus öffnet sich nach Süden mit großflächigen Verglasungen über die vorgelagerten Terrassenflächen, so dass Innen und Außen durchlässig wirken und den Bewohnern ein Gefühl von Offenheit vermitteln. Auf dieser Seite finden sich sämtliche Wohn- und Schlafräume.
Die in das Wohngebiet ausgerichtete Nordfassade hat demgegenüber nur wenige kleine Fenster. Hier befinden sich die Nutzräume.
Vom Eingangsbereich gelangt man sowohl über eine Podesttreppe in das Obergeschoss als auch in den großzügigen, im Erdgeschoss gelegenen Wohnraum. Der zur Landschaft gerichtete Raum kombiniert Wohn- und Essraum sowie eine integrierte Küche. Dieser Bereich ist mit einem Holzfußboden und sandfarbenen Wänden ausgestattet.
Betritt man das Wohnzimmer, sieht man im L-förmigen Raum von der Küche lediglich die Kochinsel, erst dahinter befindet sich die Küchenzeile, von der man ebenfalls einen freien Blick zur Südterrasse hat.
Die ins Obergeschoss führende Podesttreppe wird durch ein geschosshohes Fenster an der Westfassade mit Licht durchflutet. Die Schlaf- und Wohnräume im Obergeschoss sind farblich individuell gestaltet und haben ebenfalls bodentiefe Fenster.
Eine automatisch gesteuerte Verschattung mit Außenraffstore gewährt in diesen Räumen zu jeder Tageszeit ein angenehmes Raumklima. Dazu wurde das EIB-Bussystem genutzt, das mit einer Wetterstation auf dem Dach kommuniziert, installiert und konfiguriert von der Firma Elektro Kück. Je nach Jahres- und Tageszeit findet damit eine automatische Nachführung der Lamellen über den Tag statt, um ein optimales Verhältnis zwischen Lichteinfall und Verschattung zu haben.
Durch die Zentralfunktionen, die man mit einem EIB-System realisieren kann, wird ebenfalls Energie gespart. So wird durch eine Zentralfunktion “Licht aus” sichergestellt, dass beim Verlassen des Hauses nirgends vergessen wurde, ein Licht auszuschalten. Die Flexibilität und Möglichkeiten, die so ein System bietet, bis hin zur Visualisierung auf dem heimischen Tablet-PC sind zukunftsweisend.
Die Fassade des Einfamilienhauses besteht aus einer Kombination von anthrazitfarbenen Faserzementplatten und Douglasie als Stülpschalung. Im Jahr 2009 wurde eine Photovoltaikanlage auf dem nach Süden in einer Neigung von 8° ansteigenden Dach nachgerüstet. Durch eine höhere Aufständerung im Norden wird gewährleistet, dass zu keiner Zeit eine Verschattung der Anlage stattfindet und somit eine optimale Nutzung der Sonnenenergie möglich wird. Damit ist das Haus zugleich von einem Passivhaus zu einem Plus-Energiehaus aufgewertet worden.
Das Gebäude ist in Holzrahmenbauweise errichtet worden. “Vorrangig bei der Planung ist für uns gewesen, ein modernes, funktionelles, ökologisch sinnvoll durchdachtes Wohnhaus zu schaffen, das sich gleichzeitig in die Umgebung einfügt”, so die Eigentümer.
Weitere Aspekte des ökologischen Gedankens im Haus ist eine Regenwassernutzung, für die ein zweiter Kreislauf für die Toiletten und die Waschmaschine geschaffen wurde, sowie die verwendeten Baumaterialien. Als Dämmstoff wurde vorwiegend Zellulose verwendet.
Um das Konzept des Passivhauses noch zu untermauern, wurde eine luftdichten Hülle geschaffen und danach eine Installationsebene ergänzt, in der alle Kabel und Rohre verlaufen.
Als Partner suchten sich die Bauherren eine qualifizierte Firma, die viel Erfahrung mit Passivhäusern hat und den ökologischen Gedanken mitträgt. Die Suche ist nicht einfach gewesen und letztendlich fiel die Wahl auf “Ökologischer Holzbau Sellstedt”.
Herr Reinke, Geschäftsführer der Firma ÖHS, dazu: “Das Haus in Westerstede zeichnet sich durch ein besonderes Maß an Individualität aus. Gerade dadurch, dass die Bauherren selbst vom Fach sind, ergibt sich eine besondere Qualität. Auch die Architektur spiegelt im Wesentlichen die Ideen und Wünsche der Bauherrn wider. Diese Einflüsse haben zu einem ganz besonderen Haus geführt.”