Finnische Blockhäuser
Wer schon einmal in einem Wohn-Blockhaus übernachtet hat, der weiß, um dessen angenehme und gemütliche Atmosphäre. Dieses Gefühl kommt nicht von ungefähr. Im Gegensatz zu einer Ziegelwand fühlt sich Holz wegen seiner natürlichen isolierenden Eigenschaften immer warm an.
Beim Aufheizen des Gebäudes wird die Wand anders als eine Steinwand nicht mit aufgeheizt. Das Holz nimmt kaum Wärmeenergie auf. Dies hat den Vorteil, dass ein Blockhaus bei gleichem U-Wert mit weniger Heizleistung auskommt und somit energiesparender ist.
Wer kennt das nicht, dass es trotz Heizung unangenehm kühl ist, wenn man in der Nähe der Außenwand sitzt. Nicht so bei einem Blockhaus. Das Holz scheint eine behagliche Wärme auszustrahlen. Im Sommer dagegen ist es in einem Blockhaus mit massiver Blockbohle angenehm kühl.
Massives Holz nimmt Schadstoffe und Gerüche aus der Raumluft auf. Ein Überschuss an Luftfeuchtigkeit wird vom Holz aufgenommen und bei Bedarf wieder abgegeben. Sie werden in einem Blockhaus daher immer eine angenehme Luft und ein ausgeglichenes Raumklima haben.
Aber nicht nur im Innenraum spielt das Blockhaus seine Stärke aus. Kommt Schlagregen auf die Außenwand, dann verhindert das Holz, dass Feuchtigkeit eindringen kann. Ein Stein nimmt bis zu einem gewissen Grad Feuchtigkeit auf und schwächt so die Dämmwirkung der gesamten Wand.
In Skandinavien werden seit Jahrhunderten Behausungen aus dem natürlich vorkommenden Rohstoff Holz gebaut. Einschalige Blockhäuser mit einer Außenwandstärke von 120 mm trotzen dort den winterlichen Temperaturen von teilweise unter -40° Celsius.
Der Blockhausbau hat speziell in Finnland eine langjährige Tradition und wird in der heutigen Zeit dank moderner Fertigungsmethoden schnell, zuverlässig und umweltschonend für jeden Kundenwunsch umgesetzt. Heute verwendet man mindestens 180 mm starke Blockbohlen bei einschaligen Wandaufbauten.
Für ein konventionelles Steinhaus wird ein hohes Maß an Energie bereits beim
Herstellungsprozess der Bauteile benötigt. Neben dem hohen Energieaufwand z.B. beim Brennen des Ziegels oder bei der Herstellung der Dämmung wird darüber hinaus eine große Menge Kohlendioxid an die Umwelt abgegeben. Das Blockhaus verhält sich diesbezüglich klimaneutral. Der Baum nimmt während des Wachstums Kohlendioxid auf, das während der Lebenszeit des Hauses im Holz gebunden bleibt. Die Blockbohlen werden mit verhältnismäßig geringer Energiebelastung aus den Bäumen hergestellt.
Für den Blockhausbau eignen sich insbesondere Kiefer und Fichte aus den Alpenregionen oder aus skandinavischen, nachhaltigen Baumzuchten. Nur in diesen Klimaregionen wachsen die Bäume langsam und gleichmäßig. Dadurch wird das Holz wesentlich fester als das Holz einer Fichte aus deutschen Beständen. Allerdings sollte die Herkunft des Holzes auch nicht aus zu kargen Klimaregionen kommen. In Lappland z.B. wachsen die Bäume nur noch ungleichmäßig, haben erheblich mehr Äste und sind nicht so gerade wie in Mittelfinnland.
Blockhäuser sollte man nicht mit Ständer-Rahmenbau Häusern verwechseln. Diese haben keine tragenden Wände aus Blockbohlen, werden aber oft als “Blockhäuser” angeboten.
Der entscheidende Unterschied ist, dass eine massive Blockbohlenwand ihre Vorteile nicht nur beim Schallschutz und in den hervorragenden klimaregulierenden Eigenschaften ausspielt, sondern auch einem Blockhaus eine wesentlich längere Lebensdauer und höhere Wertigkeit verleiht. Echte Blockhäuser, produziert aus einer guten Holzqualität und fachmännisch aufgebaut, geben ihren Besitzern über Generationen ein gesundes und angenehmes Wohnklima.
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