Energieverluste vermeiden

Kategorie [ Energieberatung ]

Wenn die Heizung gluckert, ist das ein Zeichen für Schwachstellen am Haus

Die Heizung gluckert, sie strahlt nicht gleichmäßig Wärme ab oder die jährliche Nebenkostenabrechnung ist sehr hoch? Wer sich für den Klimaschutz einsetzen und dabei Energie einsparen möchte, der sollte jetzt seine Heizung näher unter die Lupe nehmen und bei Bedarf einen Fachmann einschalten.

Heizung blubbert und wärmt nicht richtig? Entlüften hilft
Wenn ein Heizkörper gluckert und sich nicht gleichmäßig über die gesamte Breite erwärmt, ist das ein Zeichen dafür, dass Luft in der Leitung ist. Obwohl die Anlage vielleicht voll aufgedreht ist, kommt nicht ausreichend Wärme an. Außerdem wird unnötig Energie verschwendet. Der Heizkörper sollte entlüftet werden. An jedem Heizkörper ist oben rechts oder links ein Lüftungsventil angebracht. Mit speziellen Entlüftungsschlüsseln lassen sie sich gegen den Uhrzeigersinn öffnen. Sobald die Luft aus dem Heizkörper entwichen ist, fließt nur noch Wasser nach. Um es aufzufangen, sollte man einen Behälter unter den Schlüssel halten.

Heizung nicht im Gleichgewicht? Hydraulischer Abgleich sorgt für Ausgewogenheit
Alle Heizkörper laufen, und dennoch sind die Räume unterschiedlich stark aufgeheizt? Ist eine Anlage im Ungleichgewicht, wird nicht nur das Wohnklima leiden, sondern auch zusätzliche Energiekosten könnten entstehen.
Ob das Heizsystem ausgeglichen läuft, kann jeder Hausbesitzer selbst testen. Dazu müssen alle Thermostate auf die gleiche Stufe eingestellt werden. Sind die Heizkörper warmgelaufen, misst der Eigentümer in jedem Zimmer die Raumtemperatur. Kommt nicht überall die gleiche Wärme an, sollte ein Experte einen so genannten hydraulischen Abgleich durchführen. Der Handwerker errechnet dabei den idealen Durchflusswiderstand jedes Thermostatventils und stellt diesen entsprechend ein. Ist eine Anlage optimal eingerichtet, beeinflussen sich Heizkörper nicht gegenseitig, und es gibt kaum Fließgeräusche. Zudem kann die Leistung der Umwälzpumpe heruntergefahren werden, was zusätzlich Energie spart.

Wie gut ist der Heizkessel? Schnelltest gibt Auskunft
Selbst wenn die Heizung die Abgasnorm erfüllt, kann sie viel mehr Energie verbrauchen als üblich. Bei konventionellen Gas- und Öl-Anlagen unterscheiden Fachleute drei Typen: Rund 20 Prozent Energie spart eine Niedertemperatur-Heizung gegenüber einem alten Konstanttemperaturkessel ein. Eine Anlage mit Brennwerttechnik verbraucht gegenüber der Niedertemperatur-Heizung noch einmal rund zehn Prozent weniger Energie.
Um welche Anlage es sich handelt, können Hausbewohner selbst herausfinden. Niedertemperaturkessel haben einen Außentemperaturfühler, der oft an der Ost- oder Nordseite des Hauses in kleinen, meist in weißen Kästchen angebracht ist.
Da bei der Brennwerttechnik auch die Wärme aus den Abgasen genutzt wird, diese also im Vergleich kälter sind, muss der Schornstein wegen der früheren Kondensation der Abluft feuchtigkeitsbeständiger sein. Hausbesitzer könnten an einer Schornsteinklappe sehen, ob im Schacht ein spezielles Kunststoff- oder auch ein Edelstahlrohr eingebaut wurde.
Weitere Infos und Handwerker, die einen kostenlosen Energie-Check im Rahmen der Kampagne „Haus sanieren – profitieren“ durchführen, finden Interessierte unter www.sanieren-profitieren.de.

“Private Haushalte verbrauchen rund 80 Prozent ihrer Energie zum Heizen – das Einsparpotenzial ist riesig”, weiß Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).
Die DBU gibt im Rahmen ihrer Kampagne Tipps für Selbsttests. In wenigen Minuten können sich Hausbesitzer einen ersten Eindruck über den Zustand des eigenen Hauses verschaffen. Eine weitere Möglichkeit für mehr Überblick bietet die bundesweite Initiative mit ihrem kostenlosen Energie-Check, den geschulte Handwerker bei Ein- und Zweifamilienhausbesitzern durchführen. Dabei bewerten sie alle Bauteile nach einem Farbschema von rot bis grün und erläutern nächste Schritte.