Energetisch nachhaltig gebaut
Ideales Raumklima für gutes Lernen. Darauf können sich knapp 300 Kinder an der Grundschule in Horst freuen. Sie werden im August 2011 einen Neubau beziehen, der in mehrfacher Hinsicht richtungweisend ist.
Das zweigeschossige Gebäude der Grundschule „Op de Host“ wurde als Passivhaus realisiert, um das Klima zu schonen – und auch den Geldbeutel des Schulverbands der Gemeinden Horst, Kiebitzreihe, Hohenfelde, Sommerland und Altenmoor. “Für uns war es wichtig, energetisch nachhaltig zu bauen”, erklärt Marion Gaudlitz, Vorsitzende des Schulverbands und Bürgermeisterin von Hohenfelde. “Zumal es sich wirtschaftlich lohnt.”
Laut Analyse des Architektur + Ingenieurbüros Butzlaff Tewes gestaltete es sich günstiger, neu zu bauen, als zu sanieren sowie die abrissreifen Pavillons zu ersetzen. Und mit 3,25 Mio. Euro Gesamtkosten bleibt man sogar noch unter der Planung.
Optimal gedämmte Wände und Fenster sowie die kompakte Bauform versprechen einen minimalen Heizbedarf für gut 2.000 m² Gesamtnutzfläche. Permanente Belüftung mit Wärmerückgewinnung verstärkt den Einspareffekt bei den laufenden Betriebskosten und schafft gute Bedingungen in zehn Klassenräumen und zwei Fachräumen, da stets frische Luft zugeführt wird. Das vermeidet den Anstieg des gefährlichen CO2-Gases, wie er auch trotz Stoßlüftens möglich ist.
Große Fensterflächen, optimale Verschattung und Akustik, klare Formen sowie markante Farben schaffen ein kreatives, freundliches Ambiente. Größere Klassenräume mit Raumteilern für zwei Bereiche zur Gruppen- und Stillarbeit unterstützen das innovative Unterrichtskonzept der Grundschule. Dort wird seit 2006 individuelles Lernen angeboten, womit Kinder im eigenen Tempo lernen.
Um den Betrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, schlug Butzlaff Tewes eine pragmatische Lösung vor: Der Neubau wird auf einer Freifläche neben der Turnhalle errichtet. Damit konnte man die bestehenden Räume während der anderthalbjährigen Bauzeit weiterhin nutzen. Außerdem steht der Altbau für andere Zwecke bereit. Die Gemeinde Horst hat ihn übernommen und eruiert derzeit die künftige Nutzung.
“Während andere Schulen im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins mit rückläufigen Schüleranmeldungen arbeiten müssen, verzeichnen wir nach wie vor konstante Zahlen”, begründet Marion Gaudlitz den Neubau.