Ein Bau – vier Funktionsbereiche

Außen vornDie Schulanlage des Schulzentrums Satrup besteht aus einem Gymnasium, einer Gemeinschaftsschule, einer dreiteilbaren Sporthalle und einer Turnhalle. Es stammt in seinen ältesten Gebäudeteilen aus den 60-er Jahren und wurde seitdem mehrmals erweitert.

Aufgrund zusätzlichen Bedarfs an Klassen sowohl im Gymnasium als auch bei der Gemeinschaftsschule wurde der Neubau von 16 Klassen erforderlich mit der Option in einem späteren Bauabschnitt weitere Klassen anbauen zu können. Für den Ganztagesbetrieb des Schulzentrums wurden der Aufbau einer Ganztagesschule sowie die Einrichtung einer Mensa mit Vollkochküche geplant.
Der Neubau wurde an der Nordseite der Anlage positioniert. Er bildet das Gegenüber zum Urbau des Gymnasiums und schließt den Pausenhof nach Norden hin ab. Nach Norden öffnet sich der Baukörper durch seine Kammform zur Landschaft.
„Das Gebäude untergliedert sich in die vier Funktionsbereiche Mensa mit Küche, Ganztagesschule, Klassentrakt Gemeinschaftsschule und Klassentrakt Gymnasium“, so Architekt Lukas Böller (Schüler Architekten).
Der Neubau führt in seinem Erscheinungsbild die helle Putzoberfläche der Bestandsgebäude fort. In der Farbgebung der Fensteranlagen mit ihren roten Öffnungsflügeln erfolgt die Differenzierung zu den in Grüntönen gehaltenen Fenstern der Bestandsbauten.
Der Innenbereich wird in den Fluren durch die Grautöne der schallabsorbierenden Betonsichtsteine und dunklem Betonwerksteinbelag im Kontrast zu den roten Türblättern bestimmt.
Die Mensa und die Räume der Ganztagesschule setzten dieses Farbkonzept fort. Der Boden besteht aus Parkett in Räuchereiche von dem sich die Türblätter und die rote Wandverkleidung der Essensausgabe und des Ausgabetresens abheben.
Alle Klassenräume und die Mensa sind mit Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Neben der Reduzierung der Energieverluste steht hier die Gewährleistung gleichbleibend guter Luftqualität zur Schaffung optimaler Lernbedingungen im Vordergrund.
Von einer zentralen Erschließungsachse ausgehend orientieren sich Mensa und Ganztagesschule in einem eingeschossigen durchgängigen Baukörper nach Süden zum Pausenhof. Getrennt werden die beiden Funktionen durch den mittig angeordneten zentralen Eingangshof der gleichzeitig als Außenterrasse der Mensa dient. Die Anlieferung der Küche erfolgt von Osten über eine separate Zufahrt und damit abgewandt vom Schulbetrieb.
Die Mensa ist mit 140 Plätzen im Mehrschichtbetrieb für bis zu 500 Essen ausgelegt. Sie öffnet sich über die großflächige Verglasung nach Süden und zum Innenhof.

Der Offene Ganztagesbereich umfasst zwei Gruppenräume, die bei Bedarf über eine Mobilwand zu einem Großraum zusammen geschaltet werden können, sowie ein Mitarbeiterbüro und einen Lehrerstützpunkt.
Die Zentrale Erschließungsachse dient als zentrale Eingangszone vom Eingangshof aus. Aus der Eingangszone ist nach Norden der Hof zwischen den Klassentrakten erreichbar. Dieser dient als Freilichtbühne im Sommer und öffnet sich mit Blickrichtung der Zuschauer über die Bühne in die Landschaft.
Nördlich der zentralen Erschließungsachse schließen sich die beiden zwei-geschossigen Klassentrakte an.
Die Klassen sind mit 70 m² größer als der bislang geltende Standard von 60 m². Zur Differenzierung des Unterrichts ist zwischen zwei Klassen jeweils ein Lernstudio angeordnet, welches wechselseitig beiden Klassen zugeordnet werden kann. Jede Klasse ist mit einem separaten Garderobenraum ausgestattet. Die Klassentrakte sind nach Norden erweiterbar.
Die Gesamtanlage ist durch Verlängerung der zentralen Erschließungsachse nach Osten erweiterbar. Als Option ist ein Baufeld für eine weitere Sporthalle freigehalten.

Schüler Architekten BDA
Schüler-Böller-Bahnemann
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