Eigenständiger maritimer Typus

Kategorie [ Wohnen am Wasser ]

Im Hamburger City Sportboothafen liegt ein Schwimmhaus zum Anfassen


“Unser Ansatz zum Thema schwimmende Häuser basiert auf der Faszination Wasser,” sagen die Architekten Förster Trabitzsch. “Als begeisterte Wassersportler suchten wir in unserem Wohnumfeld nach Grundstücken mit Wasseranbindung, doch solche Grundstücke sind schwer zu finden, bzw. unerschwinglich.”


Warum nicht auch das Wasser nutzen, wie es die Londoner in “Little Venice” praktizieren? In den Ballungszentren deutscher Großstädte gibt es ausreichend Brachen mit Wasserflächen, die reaktiviert und belebt werden können.
Die Idee zur Entwicklung der Floating Homes geht aus der Teilnahme an einem von der Wasserstadt Berlin europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb hervor, bei dem dieses Konzept mit dem ersten Platz honoriert wurde. Gefordert wurde damals die Entwicklung eines eigenständigen maritimen Typus – weder Haus noch Schiff.
Aufgrund der überaus positiven Resonanz auf den Wettbewerbserfolg entwickelte das Architektenbüro insgesamt acht unterschiedliche Floating Homes mit 95-400 m² Wohnfläche.
Seit Juni 2006 liegt der abgebildete Floating Home “b-type” im Hamburger City Sporthafen. Das dynamische Erscheinungsbild – lang gestreckter Aufbau, gerundetes Heck und angeschrägter Bug – versucht Geschwindigkeit und Eleganz aus dem Yachtbau auf einem schwimmenden Haus erlebbar werden zu lassen.
Die Wahl durabler Materialien – Zedernholz, Edelstahl und weißes Aluminiumblech – im Außenbereich ist aufgrund der Wassernähe noch unerlässlicher als im konventionellen Hochbau.
Der Innenbereich besticht durch seine Vielzahl an Einbauschränken. Mit Ausnahme des geölten Eichenholzbodens sind Wand- und Deckenflächen in weiß gehalten, um die Großzügigkeit des Raumes zu unterstreichen. Der Grundriss ist frei gestaltbar, da alle Innenwände nichttragend ausgebildet sind.
Das Erdgeschoss ist multifunktional nutzbar: als Einliegerwohnung, Büro, Elternbereich oder Küche mit Essplatz. Das Obergeschoss nimmt den großen Wohnbereich sowie bis zu zwei Zimmer im Heck auf.
Wohnraum, Küche und Essplatz sind extrovertiert. Sie öffnen sich mit großen Fensterflächen zum Wasser hin. Nebenräume (wie Bad, WC und Windfang) liegen introvertiert zum Ufer oder zur Kaikante.
Das großzügige Skydeck mit einer Vielzahl an Einbauschränken bietet den Bewohnern einen geschützten Aufenthaltsbereich im Freien.


Foto: Floatinghomes