Eigener Park vor der Haustür

Haus-und-GartenHausgarten am Nord-Ostsee-Kanal, der vom Landschaftsarchitekten angelegt wurde

Jeder Hausbesitzer träumt vom Park vor seiner Tür. Aber der Garten soll auch Arbeitsort und Ort des anregenden Gesprächs sein. Der wohlgestaltete Hausgarten macht Pflanzen und Steine, Farben und Formen, Licht und Schatten erlebbar und er gibt Gefühlen sowie der Phantasie eine neue Dimension.

Der abgebildete Hausgarten am Nord-Ostsee-Kanal besteht aus zwei Bereichen: Der Vorgarten ist ohne Zaun zur Straße hin geöffnet und mit Sitzecken ausgestattet. Hiermit wird Bereitschaft und Einladung zum Plausch mit dem Nachbarn signalisiert.
Ein hügeliger Bereich mit Rhododendren und Azaleen bringt im Frühsommer einen bunten lebhaften Blühaspekt. Durch die Unterpflanzungen mit Stauden, Gräsern und Farnen sowie Geophyten (Blumenzwiebeln) wirken die Rhododendronpflanzungen noch naturnaher und transparenter.
Der rückwärtige Gartenbereich ist durch unterschiedliche Hecken von der Öffentlichkeit abgeschirmt und bildet damit den privaten Garten. Dieser “giardino segreto” ist der Rückzugsraum für die Eigentümer, ihre Familie und ihren Besuch. Hier korrespondieren landschaftlich geschwungene und gestaffelte Partien am Rand mit einem rechteckigen teils bepflanztem Wasserbecken im Zentrum. Dieses formale Gestaltungselement, auf die Mittelachse des Hauses bezogen, findet mit dem geometrischen Formenspiel des um drei Stufen erhöhten, kreisrunden Sonnenplatzes seine Fortsetzung.
Beim Rundgang durch den Garten entstehen immer wieder unterschiedliche Bilder und Blickbezüge. Die Spiegelungen der Architektur und der Natur im Wasser sorgen zusätzlich für Spannung und Wechselspiel. Neben den auffälligen Großbäumen dominieren die klassischen Gehölze wie Ilex, Taxus, Cornus und Buxus, diese zu geometrischen Formen geschnitten.
Rosen, Phlox, Sedum und Gräser sowie Hosta komplettieren mit Blüten und Farben zu fast allen Jahreszeiten das ästhetische Erlebnis. Trotz der Hecken, die den Garten zu den Nachbarn und zum Kanalwanderweg räumlich abschirmen, bleibt das spezielle Erlebnis, die hohen Aufbauten der vorbeiziehenden Schiffe auf dem Nord-Ostsee-Kanal täglich zu erleben.
Die Pflanzen- und Blütenfarben sind farblich und kontrastreich aufeinander abgestimmt, so dass sie stets ein sinnlich-ästhetisches Erlebnis garantieren. Auch durch die immergrüne Bepflanzung wirkt der Garten das ganze Jahr über einladend.
Gestaltungsgeschick lässt viele unterschiedliche Gartenräume für alle Gelegenheiten entstehen. Ob es ein Sitzplatz für das Frühstück oder das Mittagessen auf der Terrasse, eine theaterähnliche Bühne für den Nachmittagstee, ein halbschattiger Liegeplatz für das Sonnenbad oder ein schattig-kühler Ort für die ganz heißen Tage sein soll: Dieser Garten bietet für jede Tageszeit und jede Gelegenheit den richtigen Ort.
Entstehungsgeschichte – Haus und Garten
Der Hausgarten wurde im Zusammenhang mit dem Bau des Hauses 1974/75 (Architekten Dietrich Bolz und Klaus Detlefsen, Kiel) geplant. Anfangs noch mit Kinderspielaktivitäten und Rasen für Ballspiele versehen, wurde der Garten ab 1994 – nachdem “die Kinder aus dem Haus” waren – abschnittsweise zu einem Entspannungs- und Erholungsbereich für das Ehepaar umgestaltet. Die Liebe zu Pflanzen und deren ästhetischen Kombination ist überall zu spüren.
Die Auseinandersetzung mit der Architektur des Hauses war ein prägendes Kriterium für die Gartengestaltung. Haus und Garten, innen und außen, Kunst und Natur gehen in vielen Bereichen eine Symbiose ein. Dem der Straße zugewandten öffentlichen Gartenbereich entsprechen im Haus die Eingangszone, das Arbeitszimmer, die Küche und der Essbereich mit angegliederter Bücher- und Lese-Ecke. Das “Wohnzimmer” liegt wie auch der private Gartenbereich einige Stufen niedriger.
Der rote Ziegel des Hauses findet seine Antwort in der Verwendung von rotem Granitpflaster der Wege und Stufen sowie den einzelnen Schrittplatten im Rasen, die an zufällig hingefallene übergroße Laubblätter erinnern.

Foto:Arne Biederbeck