Bewusster Umgang mit der Umwelt
16-eckiger Massivholz-Neubau mit Gründach und erneuerbaren Energien
“Es gibt bei uns keinen Konflikt zwischen Schulmedizin und komplementären Therapieformen. Wesentlich ist, die Ursache der Krankheit im Bewusstsein aufzuspüren, damit ein tiefgreifender Heilungsprozess eingeleitet werden kann. Die Medizin der Zukunft vereinigt Gefühl und Verstand, geleitet von der Weisheit des Herzens” erklärt Dr. med. Bernhard Schweiger den Äskulapstab mit der Doppelhelix, der auf der Spitze der achteckigen Glaskuppel die Arbeitsweise des OASE-Heilhauses symbolisiert.
Passend zu dem bereits bestehendem 16-eckigen Gebäude in Neustadt-Rettin, wurde auch der zweite “Rundling” als Sechzehneck konzipiert. Das etwa 700 m² große Gebäude ist auf den Mittelpunkt ausgerichtet und erschließt sich von hier aus.
Der Innenraum öffnet sich nach oben zu einer Lichtkuppel und lässt eine ganz eigene Atmosphäre entstehen. So wird das ganzheitliche Konzept des Heilhauses, welches den Menschen dazu anregt, in seine eigenes Inneres zu schauen und sich von dort zu öffnen, in dieser Architektur sichtbar.
Die Außenwände sind in einem Massivholz-System errichtet (Holz100), das ohne Verleimung auskommt. Ein bewusster Umgang mit der Umwelt stand beim Bau des Hauses im Vordergrund.
Bei der Materialauswahl kamen nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz. Und es wurde auf die Ökologie hinsichtlich Herstellung, Transport und Verarbeitung geachtet.
Um den hier Heilung suchenden Menschen eine gesunde Umgebung anzubieten, wurden zum größten Teil baubiologisch unbelastete Baustoffe verwendet.
Im Hinblick auf den Energieverbrauch ist das Gebäude als Niedrigenergiehaus nach KfW40-Standard zukunftsweisend. Es geht über die Anforderungen der aktuellen Energiesparverordnung weit hinaus.
Um den Verbrauch fossiler Energieträger zu vermeiden, wird der Bedarf für Warmwasser und Heizung durch eine Holzscheitkesselanlage und eine kontrollierte Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gedeckt. Unterstützend kommt die Nutzung der Sonnenenergie durch Kollektoren zum Einsatz.
Ein extensives Gründach wird als winterlicher Kälteschutz und auch als sommerlicher Wärmeschutz wirken. Das Bauwerk fügt sich dadurch harmonisch in die Landschaft ein.
Im Erdgeschoss befinden sich Praxen, im Dachgeschoss gibt es kleine Wohnungen für einige der Therapeuten sowie drei Gästezimmer.
Das OASE-Heilhaus wurde nach knapp neunmonatiger Bauzeit am 11. Juli 2009 eröffnet und in Betrieb genommen.
“Wir freuen uns sehr über die gute Qualität der handwerklichen Arbeit, die wir schätzen und anerkennen und die sich in einem guten Arbeitsklima, in dem die am Bau beteiligten Handwerksfirmen Hand in Hand arbeiteten, ausdrückte,” sagt Reinhold Dyroff vom Vorstand des OASE-Heilhauses. So gab es auch ein kleines “Bau Bistro”, in dem es jeden Tag für alle, die am Bau mitgearbeitet haben, ein Tasse Biokaffee oder Tee gab, und mehrmals in der Woche wurde Kuchen für alle gebacken.
Abends und an den Wochenenden haben die Mitglieder des Vereins ehrenamtlich mitgeholfen, um den Bau des OASE-Heilhauses voran zu treiben. Jeder hat sein Möglichstes getan und kam, wann immer er oder sie Zeit hatte, auf die Baustelle.
Auch von der Ökonomie her ist das OASE-Heilhaus ein besonderes Projekt, dessen Träger der OASE-Heilhaus e.V. ist. Freunde, Förderer, die Therapeuten und Bewohner des OASE-Heilhauses haben ihre finanziellen Mittel in den Verein eingebracht, ohne Eigentum an Wohnungen oder Praxen zu erwerben, denn der Dienst für die Heilung des Menschen ist die zentrale Aufgabe dieses Ortes.